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Peter Fuchs und seine Frau Silvia Fuchs starteten 2014 mit dem Konzept HEADDRESS | Credit: Headdress

08.07.2026

„Zweithaar ist kein Zusatzgeschäft, sondern Vertrauensarbeit“

Peter Fuchs hat sich bewusst dem Thema Zweithaar verschrieben und sieht beim wachsenden Markt Chancen für Salons, auch aufgrund steigender Krebs-Neuerkrankungen.

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Raphaela Kirschnick im Gespräch mit Peter Fuchs, Geschäftsführer Headdress

Peter, du bist Friseur, hast dich aber dennoch den Perücken verschrieben. Jetzt steigt auch dein Sohn David mit ein. Wie teilt ihr euch das Geschäft auf?
Peter Fuchs: Ich habe mich vor elf Jahren bewusst für den Perückenbereich entschieden und diese Entscheidung bis heute keine Sekunde bereut. Im Gegenteil: Mit mittlerweile 17 Partnerstandorten und vielen Friseursalons als Partner freut es mich sehr, dass wir der Branche hier einen echten Mehrwert bieten können.

David ist ins Unternehmen eingestiegen, als zwei Mitarbeiter ausgeschieden sind. Er hat einen bestehenden Partner-Kundenstock übernommen und diesen konsequent weiterentwickelt. Heute ergänzen wir uns sehr gut: Ich bringe die Erfahrung, das handwerkliche Fundament und die Widerstandsfähigkeit aus vielen Jahren Friseurberuf mit, David den frischen Blick, junges Engagement und viel Tatkraft.

Ihr seid ein echter Familienbetrieb?
PF:
ja, und ohne Frauenpower geht bei uns gar nichts! Meine Frau Silvia Fuchs ist unsere Spezialistin für direkte Beratung und die gesamte Abrechnung mit den Krankenkassen. Unsere Tochter Alissa Fuchs kümmert sich um Styling, Social Media und Beratung von KundInnen. Beide sind stark im Schulungsbereich engagiert.

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In Österreich gibt es rund 42.000 Krebs-Neuerkrankungen pro Jahr.

Wie entwickelt sich der Perückenmarkt in Österreich?
PF: Stabil mit klarer Tendenz nach oben. Global verdoppelt sich der Markt für Haarperücken von 2024 auf voraussichtlich 4,57 Milliarden US-Dollar im Jahr 2032 (Quelle: Fortune Business Insights). Diese Dynamik spüren wir auch in Österreich.

In Österreich ist ein großer Teil der Nachfrage medizinisch begründet, es gibt rund 42.000 Krebs-Neuerkrankungen pro Jahr (Quelle: ORF). Für viele Betroffene bedeutet eine gute Zweithaarversorgung ein Stück zurückgewonnene Normalität und genau hier liegt unser Schwerpunkt.

Ein wesentlicher Punkt für die positive Entwicklung der letzten Jahre war die Neuregelung der Kostenübernahme. Seit 1. Jänner 2023 gelten österreichweit einheitliche, deutlich angehobene Tarife – zunächst bei ÖGK und BVAEB, mittlerweile auch bei der SVS.

Auch Alopezie, kreisrunder Haarausfall, ist ein wichtiger Treiber unseres Marktes. Rund 2% der Menschen sind im Laufe ihres Lebens betroffen, viele davon sehr jung. Rund 86% der Betroffenen erkranken vor dem 40. Lebensjahr, 60% sogar vor dem 20. (Quelle: Springer Medizin). Das zeigt, wie sensibel das Thema ist. Für diese KundInnen ist Zweithaar keine Kosmetik, sondern Selbstbestimmung und Alltagssicherheit.

Mit Perückenliebe habt ihr eine neue Marke ins Sortiment aufgenommen. Was macht sie besonders?
PF: Perückenliebe ist eine junge Marke, die sich kompromisslos der Qualität verschrieben hat. Gründerin Sandra Oberholz hat selbst jahrelang Perücken direkt an EndkundInnen verkauft. Sie kennt die Bedürfnisse der TrägerInnen aus erster Hand und wollte noch eine Schippe drauflegen.

Was bedeutet das konkret?
PF:
Das Besondere liegt im Haar selbst. Die Perücken sind zum Färben geeignet und halten sogar Blondierungen mit 9% oder höher stand. Das ist nicht selbstverständlich. Möglich ist das, weil das Haar seine natürliche Schuppenschicht behält. Genau diese Schicht entscheidet darüber, ob ein Haar echte Behandlungen mitmacht oder nicht.

Für unsere Friseurpartner ist das besonders spannend. Sie können nicht nur ihr Sortiment erweitern, sondern ihr eigentliches Handwerk mit ins Spiel bringen, Stichwort: färben! Deshalb passt Perückenliebe so gut zu uns.

Headdress wächst über Standorte, Partner und Salons. Ist die Zukunft der Perücke eine Produktfrage oder eine Schulungsfrage?
PF: Ganz klar beides. Ein gutes Produkt ist nichts ohne entsprechende Beratungsqualität. Und umgekehrt nützt die beste Beratung wenig, wenn am Ende ein schlechtes Produkt auf dem Kopf sitzt. Erst wenn beides zusammenkommt, entsteht eine Versorgung, mit der die Trägerin wirklich glücklich ist.

Aktuell investieren wir stark in unser Schulungssegment. Die hohe Produktqualität können wir über unsere Marken bereits zuverlässig gewährleisten. Der entscheidende Hebel liegt deshalb bei den Menschen, die mit diesen Produkten arbeiten – in ihrer fachlichen und beraterischen Kompetenz.

Gerade bei Zweithaar ist Beratung kein Nebenschauplatz.

Was ist bei der Zweithaarberatung besonders essenziell?
PF:
Gerade bei Zweithaar ist Beratung kein Nebenschauplatz. Es geht um Menschen in oft sehr sensiblen Lebenssituationen. Wer hier sicher, einfühlsam und handwerklich souverän auftritt, macht den entscheidenden Unterschied. Deshalb bauen wir unsere Academy, Seminare und Workshops kontinuierlich aus.

Wie verhindert man, dass Zweithaar im Salon nur als Zusatzumsatz verstanden wird?
PF:
Wer das Geschäft wirklich verstanden hat, sieht Zweithaar nicht als schnellen Nebenumsatz. Hinter jeder Versorgung steht ein Mensch in einer ganz bestimmten Lebenssituation.

Wer das Geschäft wirklich verstanden hat, sieht Zweithaar nicht als schnellen Nebenumsatz.

Wie unterschiedlich sind KundInnen?
PF:
Eine Kundin mit anlagebedingtem Haarausfall ist dankbar, wenn sie mit einem Haarteil wieder Volumen und Selbstbewusstsein zurückbekommt. Eine Chemotherapie-Kundin braucht vor allem Verständnis, Diskretion und eine ruhige Beratung, die sie nicht zusätzlich belastet. Und eine Kundin mit Alopezie braucht einen Salon, der sie langfristig begleitet – durch gute und schwierige Phasen.

Wenn man diesen Menschen den richtigen Service bietet, entstehen extrem loyale KundInnen. Natürlich generiere ich mit diesem Geschäft Umsatz, das gehört zu einem gesunden Betrieb dazu. Aber der eigentliche Wert liegt woanders: Man trägt zur Lebensqualität vieler Menschen bei. Wer das verinnerlicht, bei dem stellt sich der Umsatz von ganz allein ein. Nicht umgekehrt.

Was braucht ein Salon, um im Jahr 2030 glaubwürdig Zweithaar anzubieten?
PF: Handwerkliches Können ist die Grundlage. Ohne sauberes Arbeiten am Haarersatz geht es nicht. Gleichzeitig darf man medizinisch nicht den Anschluss verlieren. Man muss relevante Fachbegriffe kennen und verstehen, um auf Augenhöhe beraten zu können. Das schafft Vertrauen und Sicherheit.

Und dann braucht es vor allem eines: Man muss der Mensch dafür sein! Diese Art der Kundenbetreuung verlangt Feingefühl, Geduld, echte Empathie. Wer das nicht mitbringt, wird in diesem Segment auf Dauer nicht glaubwürdig sein, egal wie gut das Handwerk ist.

Ihr begleitet Salon dafür?
PF:
Ja, wir als Headdress sorgen dafür, dass unsere Partner fachlich, medizinisch und beraterisch am Puls der Zeit bleiben. Das ist für mich der Schlüssel, um auch 2030 glaubwürdig Zweithaar anzubieten.

Ihr plant eine große Roadshow. Was erwartet die BesucherInnen?
PF: Wir sind mit unserer Roadshow in Linz, Wien, Graz, Innsbruck und Salzburg unterwegs – gemeinsam mit unseren ExpertInnen, Sabina Avenoso - sie hat jahrelang bei einem Perückenhersteller in der Entwicklung gearbeitet - und Sandra Oberholz, Geschäftsführerin von Perückenliebe.

Die BesucherInnen erwartet keine reine Produktshow, sondern echtes Handwerkswissen zum Mitnehmen und mit viel Raum für Fragen und Austausch. Im Fokus stehen praxisnahe Schulungen zu den aktuellen Perückenliebe-Kollektionen, besonders zur neuen färbbaren Linie, etwas, dass viele unserer PartnerInnen besonders interessiert. Die Teilnahme ist anmeldepflichtig und die Plätze sind bewusst begrenzt.

Alle Infos zur Tour:

Headdress Roadshow Seminare


Lieber Peter, vielen Dank für deine Zeit und weiterhin alles Gute!

Über Headdress

Die HD Headdress GmbH (Großhandel & Fachinstitut für Perücken, Haarsysteme & Haartransplantationen“) - im Jahr 2014 gegründet von Peter und Silvia Fuchs - hat ihren Sitz in Linz und zählt zu den wichtigsten österreichischen Adressen für Zweithaar, Perücken und Haarersatz.

Das Fachinstitut und der Großhandel bieten Lösungen rund um Echthaar-, Kunsthaar- und Mischhaarperücken, Haarteile, Toupets, Haarsysteme sowie Pflege und Zubehör. Das Sortiment umfasst rund 5.000 Perückenmodelle; dazu kommen Serviceleistungen wie Schnitt, Styling, Pflege und kleinere Reparaturen.

Mit Marken wie Ellen Wille, Dening Hair und Perückenliebe bringt Headdress Zweithaar-Kompetenz in die Salons und zeigt, wie FriseurInnen KundInnen in einer besonders sensiblen Lebensphase professionell begleiten können. Headdress versteht sich als Kompetenzpartner im Zweithaarbereich und setzt zunehmend auf Schulungen, Workshops und Roadshows 

www.headdress.at

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