Anzeige

29.06.2017

Thomas Walter - Französischer Stylist in spe

Der oberösterreichische Friseur mit Scannerblick steht für Ehrlichkeit und französischen Chic...

Fakten:

Intercoiffeur Thomas Walter

momentan noch zwei Salons (in St. Florian und Asten) – ab November zu einem Salon in Asten zusammengelegt

17 Mitarbeiter (davon 7 Lehrlinge)



Das Gespräch führte Tanja Beck

ImSalon: Wir haben uns auf der L‘Oréal Fashion Night kennenglernt, du hast mich umgestylt. Was hast du für dich persönlich mitgenommen?
Thomas Walter: Ich habe den ganzen Abend als sehr positiv empfunden, alles war so gut organisiert. Unterschiedlichste Friseure aus ganz Österreich waren dabei, man lernt gegenseitig voneinander und profitiert vom Austausch. Es war mein erstes Mal, kann mir aber gut vorstellen nächstes Jahr einen Kollegen, den Patrick, mitzunehmen. Für den ist das bestimmt auch etwas. 

Was war dein Highlight des Abends?
TW: Das Beste aus jeder Kundin herauszuholen, diese Herausforderung jedes Mal, das ist für mich das Spannendste. Aber das spannendste Umstyling warst du! (lacht)

Ach echt? (lächelnd) Warum?
TW: Man hat gerade einmal eine halbe Stunde pro Kundin Zeit. Dass ich es dann gegen Ende hin geschafft habe, dich von einem kürzeren Haarschnitt zu überzeugen, macht mich natürlich glücklich. Als Friseur hat man eine Freude, wenn man jemanden überzeugen konnte und das Resultat dann auch so ist, wie es sich die Kundin vorgestellt hat. Das macht jeden Friseur happy!

Du hast mich durch deine Ehrlichkeit überzeugt. Aber du meintest zu Raphaela, wenn du gewusst hättest, dass ich von imSalon.at bin, hättest du mir die Haare womöglich nicht abgeschnitten. Wie das?
TW: (lacht) Das meinte ich nur spaßhalber, dass ihr nicht schlecht über mich schreibt…

Ehrlichkeit zählt immer! Das macht doch auch eine gute Kundenberatung aus, oder?
TW: Auf jeden Fall. Ich finde es positiv, wenn Kunden wissen, was sie wollen. Aber eine Herausforderung für den Friseur ist es, zu erkennen, welcher Typ der oder die Kundin ist und was zu ihm/ihr passt. Ich finde zum Beispiel es gibt keinen Menschen, dem seine Naturwellen nicht schmeicheln, man muss nur das Beste durch den richtigen Schnitt aus ihnen herausholen. Andererseits muss ich dann aber auch so ehrlich sein und dem Kunden erklären, warum ich einen bestimmten Look nicht empfehlen würde, wenn sie zum Beispiel mit Fotos am Handy von der Wunschfrisur kommen. 


„Ich habe dich von oben bis unten gescannt…“



Das stelle ich mir extrem schwierig vor, einen Kunden zu typisieren, sozusagen in eine gewisse „Schublade zu stecken“…
TW: Die Typberatung ist für mich extrem wichtig, deshalb habe ich auch eine Typologie-Ausbildung gemacht. Als du reingekommen bist, habe ich dich von oben bis unten gescannt, geschaut, welche Kleidung du trägst und welche Tasche du hast. Das mache ich bei all meinen Kunden. Denn der Kunde trägt meistens das, worin er sich wohlfühlt und die richtige Frisur macht das Gesamtbild dann komplett. Auch vom Beruf her ist es wichtig, dass der Look passt.

Apropos Beruf – wie sieht dein beruflicher Werdegang aus?
TW: Ich wusste schon im Kindergarten, dass ich Friseur werden will. Meine Mutter war auch Friseurin und sie war mein berufliches Vorbild sozusagen, ich habe ihr immer zugesehen, als sie ihre Kunden umgestylt hat.

Und dein Berufswunsch hat sich nie geändert?
TW: Es war für mich schon immer klar, dass ich in diese kreative Schiene möchte. Nach meiner Lehre habe ich dann zunächst im Salon meiner Mutter in St. Florian gearbeitet und diesen auch übernommen. 2008 haben meine Frau, Dagmar und ich dann einen weiteren Salon in Asten eröffnet. Da meine Frau die Ausbildung zur Farbberaterin sowie zur Visagistin und Airbrush Make-Up Artistin absolviert hat, ist aus unserem Salon in St. Florian dann unsere „Make-Up Lounge“ entstanden.

Heuer steht euch noch ein großes Event bevor… Erzähl von deinem Großprojekt?
TW: Richtig, wir legen unsere beiden Salons in den Standort in Asten zusammen, aufgrund der baulichen Umstrukturierung in St. Florian. Es entsteht ein sehr großer, moderner Salon inklusive „Make-Up Lounge“, alle Mitarbeiter aus St. Florian werden mitgenommen, wir werden dann ein 17-köpfiges Team. Die Saloneröffnung findet am 3. November statt – an meinem Geburtstag. Das ist ein besonderes Geschenk in diesem Jahr. 
 

„Für ältere Stammkunden gibt es eine Taxicard…“



Gibt es für den neuen Salon auch ein neues Konzept?
TW: Es wird ein paar Änderungen geben. Die momentanen Salons liegen nur ein paar Autominuten voneinander entfernt, aber für meine älteren Stammkunden wird es künftig eine Taxicard geben, mit der sie vergünstigt zum neuen Salon in Asten gebracht werden.
Digital machen wir viel! Wir werden das iPad als Beratungstool verwenden, vor allem für das junge Publikum. Unsere Kunden können dann die neuesten Looks und Farbtechniken digital durchklicken. 

Wow, das finde ich großartig, dass ihr in die digitale Beratung investiert!
TW: Ja, das ist aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken, wird auch immer mehr verlangt. Im nächsten Jahr überlegen wir, Termine online buchen zu lassen. 


"Französische Stylisten leben Ästhetik und Eleganz"



Du arbeitest mit L’Oréal, wie hat sich die Begeisterung für diese Marke entwickelt?
TW: Ich war schon viel im Ausland, vor allem in Großbritannien und Frankreich, habe Messen und Seminare besucht und bei Shows zugeschaut, dadurch habe ich viel gesehen. Die Londoner sind vom Stil her eher fetziger, lässiger und cooler. Mit der Zeit und mehr beruflichen Jahren am Buckel fühlte ich mich immer mehr bei den Franzosen zu Hause. Französische Stylisten leben Ästhetik und Eleganz auf der Bühne aus. Dieser natürliche, französische Chic, der Weiblichkeit unterstreicht, wie eben bei L’Oréal, ist absolut meine Linie.

Seit vier Jahren bist du Intercoiffure-Mitglied? Was brachte dich dazu? 
TW: Korrekt. Mir taugt einfach der Austausch. Außerdem sind wir dazu motiviert als Intercoiffure-Mitglieder ein gleiches Niveau zu halten. Wir werden viermal jährlich geprüft. Das heißt Kunden kommen undercover in den Salon und im Nachhinein erhält man ein ausführliches Feedback. Eine andere Sichtweise hilft oft sehr viel weiter.

Was ist dir das Wichtigste an der Innungsarbeit?
TW: Ich bin im Arbeitskreis LI OÖ für Mode & Werbung. Es gibt Ausschusssitzungen, bei denen Beschwerden und Anliegen aller Mitglieder besprochen werden, das ist spannend. 
Es ist wie in der Politik, ob es um Werbebudget, Arbeitszeiten oder den neuen Kollektivvertrag geht, jede Meinung wird gehört und dann wird gemeinsam nach Lösungen gesucht.

Ihr legt selbst viel Wert auf die Weitergabe des Handwerks, habt 7 Lehrlinge. Wir kann man die Lehrlingsausbildung mehr fördern?
TW: Das ist ein schwieriges Thema, die Zahlen der Lehrlinge sind ja nicht nur im Friseurgewerbe rückgängig. Immer weniger entscheiden sich für den Handwerksberuf. Ich finde, die Lehre muss durch eine Lohnerhöhung wieder attraktiver gemacht werden. Die Lehre mit Matura finde ich eine super Lösung, das wird künftig vielleicht und hoffentlich mehr in Anspruch genommen werden. 

Könnte ich mir vorstellen, dass sich künftig mehr Menschen neben der Matura auch durch eine fertige Berufsbildung absichern möchten…
TW: Ja, das wäre schön. Friseur zu sein, ist zwar anstrengend, aber der schönste Beruf überhaupt. Ich würde nichts anders machen, wenn ich es nochmal könnte. Es gibt keinen anderen Beruf, bei dem man so viel erleben kann, das beginnt beim Kunden im Salon und geht bis hin zu den großartigen Bühnenshows. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

Das ist ein schönes Schlusswort! Vielen Dank, Thomas für das interessante Gespräch! Ich wünsche dir viel Erfolg und alles Gute für deinen neuen, größeren Salon in Asten!