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Credit: Jacob Lund

21.07.2026

Nur 10 % wählen ihren Friseur nach dem Preis aus

Eine KundInnen-Umfrage der Tiroler Friseurinnung und des MCI liefert spannende Ergebnisse: Fachliches Können schlägt günstige Angebote deutlich. Gleichzeitig wächst der finanzielle Druck auf die KundInnen. Außerdem erwarten vor allem jüngere Menschen flexible Salonzeiten, Online-Buchungen und Express-Services.

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Was denken KundInnen? Was wollen sie? Was sind sie bereit zu zahlen? 163 Salon-Gäste aus Tirol und Westösterreich wurden befragt und gaben an, dass für 81 % fachliches Können und Qualität der Dienstleistung entscheidende Kriterien bei der Salonwahl sind. Professionelle Beratung folgt mit 73 %.
Hochwertige Produkte spielen dagegen nur für 16 % eine entscheidende Rolle. Lediglich 10 % wählen ihren Friseur vorrangig nach dem Preis aus.

Für KundInnen zählt die Qualität im Friseursalon vorrangig, wenn es um die Wahl des Friseursalons geht. 

 

85 % zahlen gern mehr, doch für 40 % wird der Friseurbesuch zum Luxus

Positiv lässt sich auch die Zahlungsbereitschaft einordnen, denn 85 % sind bereit, für eine bessere Leistung mehr zu bezahlen. Auch Preisanpassungen aufgrund gestiegener Kosten stoßen grundsätzlich auf Verständnis.

Doch trotz dieser Zahlungsbereitschaft sind regelmäßige Friseurbesuche für 40 % der Befragten kaum noch leistbar.

Preiserhöhungen müssen daher nachvollziehbar kommuniziert und durch bessere Leistungsangebote gestützt werden.

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41 % wollen sich im Friseur-Salon eine Auszeit gönnen

Der häufigste Grund, warum KundInnen einen Salon besuchen, ist ein Haarschnitt (78 %), gefolgt von der Coloration (55 %). Spannend ist, dass 41 % der Befragten zum Friseur gehen, um sich wohlzufühlen und eine Auszeit vom Alltag zu gönnen. Bei dieser Frage waren Mehrfachnennung möglich.

Der Friseurbesuch wird tendenziell als kleiner Luxus im Alltag wahrgenommen.

Ein Salonbesuch gilt zunehmend als bewusste Pause. UnternehmerInnen können dieses Potenzial durch passsende Zusatzservices gezielt aufwerten.

Persönlicher Pflege-Plan schlägt Digitalen Stil-Check deutlich

Der zweite Teil der Befragung befasste sich mit möglichen Zusatzangeboten. Das größte Potenzial, für Friseur-Salons liegt dabei nicht in einem digitalen Tool (20 %), sondern persönlicher Expertise: 61 % interessieren sich für einen individuellen Pflege- und Stylingplan.

Professionelle Analysen von Haartyp und Kopfhaut sowie individuell zusammengestellte Haar-Routinen sprechen vor allem die 55-64-Jährigen an. Solche Angebote können dazu beitragen, die KundInnen-Bindung zu stärken.

Früh, spät & Wochenende: Flexible Öffnungszeiten von jungen KundInnen erwünscht

Mehr als die Hälfte der Befragten zwischen 18-24 Jahren wünschen sich Termine außerhalb der klassischen Salonzeiten.

Vor allem junge Männer (18-34 Jahre) kristallisieren sich als eigene Zielgruppe heraus: 93 % wollen flexible Zeiten, jeweils 64 % interessieren sich für Express-Schnitte und Online-Buchungen. Wer diese Gruppe erreichen will, braucht Flexibilität und Geschwindigkeit.

Potenzial für Kopfmassagen, Aromatherapie, Spa

56 % zeigen Interesse an zusätzlichem Wohlbefinden im Salon.

Je mehr KundInnen bereits für den Salonbesuch ausgeben, desto größer die Bereitschaft, in Wellbeing-Angebote zu investieren.

Handmassagen, hochwertige Kopfmassagen oder ausgewählte Aromaöle können einen unkomplizierten Einstieg bieten. So lässt sich der Wohlfühlfaktor steigern, ohne dass dafür große Investitionen notwendig sind.

Salon-Abos, Digitale Beratung oder Family-Friendly-Angebote überzeugen kaum

Für Beratungen in Form von Video oder per Chatfunktion besteht aktuell wenig Nachfrage. Das Gleiche gilt für Salons mit Kinderbereich oder Kinderbetreuung.

Überraschend zeigt sich das Ergebnis in puncto Silent Cuts / No Talk Slots: 37 % der SalonwechslerInnen zeigen Interesse daran. Unter den StammkundInnen sind es hingegen 17 %.

Image-Lücke besteht weiterhin fürs Friseurhandwerk

Ein Ergebnis der Befragung ist, dass das Friseurhandwerk zwar als persönlich und anspruchsvoll wahrgenommen wird, beim gesellschaftlichen Ansehen und beruflichen Status schneidet es jedoch schwächer ab. Auch die Bereitschaft, eine Friseur-Ausbildung weiterzuempfehlen, liegt mit 3,4 von 5 möglichen Punkten im mittleren Bereich. Somit hat das Friseurhandwerk nach wie vor mit einer Image-Lücke zu kämpfen.

Außerdem zeigt sich ein Generationenwandel: Die jungen KundInnen ticken anders. Ihre Wünsche nach flexiblen Zeiten, Online-Terminbuchungen und Express-Services unterscheiden sich klar von den Erwartungen der älteren Generation.

Die Studie wurde als Online-Befragung von der Tiroler Friseurinnung und dem Management Center Innsbruck (MCI) durchgeführt. Unter die Auswertung fielen 163 Fragebögen, ausgefüllt von FriseurkundInnen aus Tirol und Westösterreich. 79 % der Befragten waren weiblich, 82 % StammkundInnen.

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