Harte Realität: Manchmal bleibt nichts übrig
Trotz dieser sorgfältigen Aufstellung mit Durchschnittswerten: In vielen Fällen reicht das nicht. Denn zahlreiche Kosten – wie Miete, Personal, Produkte, Bankgebühren, Software, Reinigung – steigen kontinuierlich, ohne dass der Salonbetrieb Einfluss darauf hat. Ohne adäquate Preisanpassung müssen, um Verluste zu vermeiden, andere Posten gekürzt werden: etwa in Weiterbildung, Gästebewirtung oder Reparaturen.
Laut Berechnungen der Unternehmensberatung Peter Zöllner entsteht bei aktueller Kostenlage im Jahr 2025 ein Verlust von durchschnittlich 3 % pro KundIn. In unserem Beispiel wären das 3,00 €, die der Salonbetrieb draufzahlt, um die Dienstleistung überhaupt zu erbringen.
Freilich ist das nur ein Durchschnittsszenario – in Wien etwa sind Mieten höher als in ländlichen Regionen. Nachhaltige Salons haben oft höhere Produktkosten. Doch österreichweit liefert dieses Modell ein realistisches Bild.
Personalintensive Leistung = ehrlicher Preis
Das Friseurhandwerk ist eine personalintensive Dienstleistung. Umsatz entsteht durch Handarbeit, nicht durch Produktverkäufe mit hohen Margen wie z. B. in Autowerkstätten. Dort wird der Stundenlohn zusätzlich durch Materialkosten (Ersatzteile etc.) gestützt – im Salon nicht. Ebenfalls sind Handwerksstunden in fast allen anderen Gewerken wesentlich höher angesetzt.
Unsere Kalkulation berücksichtigt noch nicht einmal die gesamte Zeit, die für Beratung oder organisatorische Tätigkeiten rund um den Kundenbesuch anfällt. Um trotzdem wirtschaftlich zu arbeiten, bedarf es klarer Kalkulation – ein Thema für sich.
Transparenz schafft Verständnis
Diese Kostenübersicht hilft, KundInnen wie auch Mitarbeitenden zu verdeutlichen, wofür der Preis steht und warum er fair ist. Wenn also jemand glaubt, ihr „schröpft“ oder verdient übermäßig – zeigt die Details.
Und steht selbstbewusst dazu:
Ihr dürft – und sollt – mit eurer Arbeit Geld verdienen - Ihr seid es wert.