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26.11.2013

Jacqueline Humele: Vorurteilsbehaftet

Auf den ersten Blick würde man die gebürtige Wienerin nicht als Friseurin im dm friseurstudio vermuten. In ihrem 7. Jahr im Drogerieunternehmen stellte sich die grünhaarige Gothic Liebhaberin der Herausforderung Austrian Hairdressing Awards und räumte mit ihrer Kreation den Preis in der Kategorie Damen Nord Ost ab. Und mit ihr jubelte ein ganzes Unternehmen. Denn auch für dm war es eine Premiere, die mit 5 Nominierungen und einem Award erfolgreich über die Bühne ging. Wir sprachen mit Jaqueline Humele über dm und fachliche Anerkennung, Vorurteile und Querdenker. Weiteres: Aktuelle Funktion: Friseurin und Studioleiterin bei dm in Wien 19 Arbeiten für Events und Modenschauen Austrian Hairdressing Award 2013 – Damen Nord/Ost

Du hast heuer bei den Hairdressing Awards den ersten Sieg für dm davon getragen. Es war offensichtlich, dass in diesem Moment nicht nur Kollegen und Familie, sondern ein ganzes Unternehmen hinter dir standen. Wie fühlt sich das an?
Es ist überwältigend und großartig, wenn das Unternehmen hinter einem steht und sich jeder mit freut. Es waren um die 35 Mitarbeiter bei der Gala dabei, darunter auch Geschäftsführer die mit mir mitgezittert und mir die Daumen gedrückt haben. Die Stimmung war einfach genial und ich bekomme Gänsehaut wenn ich daran denke. Ich hoffe, dass ich durch den Gewinn viele unserer Mitarbeiterinnen für den Hairdressing Award 2014 ermutigen konnte und ich freue mich schon auf die nächste Teilnahme. Durch den Gewinn in der Kategorie habe ich die Messlatte sehr hoch gelegt und ich hoffe, dass ich im nächsten Jahr an den Erfolg anknüpfen kann.

Auf der Bühne waren deine Worte: „Ich danke dm, dem besten Arbeitgeber, den man haben kann!“ Was ist dm für dich?
Es gibt viele Dinge, die das Unternehmen für mich auszeichnen und einzigartig machen. Hier fühl ich mich als Individuum und kann sein, wie ich bin. dm legt großen Wert darauf, uns Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten und unsere Stärken zu fördern. Das Angebot rund um fachliche und persönliche Weiterbildung ist enorm und jeder Einzelne hat die Chance für sich die passenden Weiterbildungen zu besuchen. Hinzu kommen Werte und Grundsätze, die in der Philosophie und im Leitbild verankert sind und die wir gern tag täglich leben.

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"Ich denke, dass es für einen filialisierten Betrieb schwieriger ist, Anerkennung für fachliche Leistung zu erhalten."


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Für dich waren die Hairdressing Awards Premiere. Wieso hast du mitgemacht?
Ich bin ein sehr offener Mensch und offen für Neues und besonders für persönliche Herausforderung. Der Austrian Hairdressing Award hat mich sehr gereizt und war für mich eine Chance, meine persönlichen Ziele zu erreichen und zu übertreffen.
Der letzte ausschlaggebende Schups war der von meiner Gebietsmanagerin Sabine Thaler, die mir die Anmeldung sehr ans Herz gelegt und mich bestärkt hat.

Außergewöhnliche Farbe, extravagantes Styling und eine Mischung aus 20er Jahre und Gothic. Diese Beschreibung trifft sowohl auf deine Siegerfrisur, als auch auf dich zu…
Ja, die Frisuren der 20er Jahre finde ich persönlich sehr elegant und perfekt, um das Handwerk als FriseurIn zeigen zu können. Die Frisuren sind damals wie heute in unterschiedlichen Kombinationen tragbar. Zum einen spiegelt der Gothic Stil meinen persönlichen Style wieder und war meine ganz persönliche Note in meiner Kreation. Zum anderen wollte ich einfach zeigen, dass man Glamour, Geschichte und Lifestyle in einem Kunstwerk vereinen kann.

„Stolz und Vorurteil“ ist das Thema dieser Kreation. Das erinnert an den Roman von Jane Austen, in dem es um Liebe und die Überwindung von Standesunterschieden geht. Du arbeitest für ein großes Unternehmen mit vielen Filialen. Glaubst du, dass innerhalb der Friseurbranche die Anerkennung einer „dm-Friseurin“ eine andere ist, als die einer Friseurin in einem „angesagten“ Salon und was ist deine Antwort auf solche Vorurteile?
Vorurteile sind ständiger Begleiter eines jeden Menschen und ich denke, dass jeder mit Vorurteilen konfrontiert wird. Ich merke das bei mir persönlich und muss jedes Mal schmunzeln, wie die Menschen in der U-Bahn reagieren, wenn eine tätowierte Frau, mit grünen Haaren als erstes aufsteht und einer älteren Dame den Sitzplatz anbietet. Ich persönlich mache mir mittlerweile wenig aus Vorurteilen und versuche auch selbst, den Menschen gegenüber offen und unvoreingenommen zu begegnen.
Aber ja, ich denke schon, dass es für einen filialisierten Betrieb schwieriger ist, die Anerkennung der Branche für die fachlichen Leistungen zu erhalten. Von einer Friseurin, die in einem „angesagten“ und namhaften Betrieb arbeitet, hat man sofort ein klares Bild - oder ist auch das nur ein Vorurteil?
Ich freue mich deshalb umso mehr über meinen Gewinn und hoffe, dass dadurch viele Menschen erkennen, dass sowohl kleine als auch große Betriebe oder filialisierte Studios kompetente Fachkräfte beschäftigen und auf selben Niveau arbeiten.

Bleiben wir gleich bei den kompetenten Fachkräften: Wie funktioniert Weiterbildung bei euch?
Es gibt bei uns ein nationales Aus- und Weiterbildungsangebot und jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit, Schulungen zu besuchen, die die persönlichen Bedürfnisse individuell erfüllen. Dabei sind Top Trainer wie Bertram K. oder Christian Edinger & Team keine Seltenheit. Wenn Mitarbeiter aus meinem Studio ein Seminar besuchen, werden die Inhalte in Form eines Trainingsabends an die Kollegen weitergegeben. Zusätzlich gibt es Trainingsabende mit mehreren dm Studios, wo wir von den Stärken und Erfahrungen der Kolleginnen profitieren. Wichtig ist uns dabei, dass sich die Mitarbeiterinnen Ziele setzen und das Erlernte nachhaltig in die Praxis bringen und dadurch die Fachkompetenz erweitert wird.

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"Ich arbeite gern mit Querdenkern zusammen."


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Friseurin werden war nicht dein eigentlicher Berufswunsch. Was war dein Plan A und was hat dich zum Umdenken bewogen?
Als Kind wollte ich unbedingt Modedesignerin werden und sobald ich Nadel und Faden in der Hand hatte, waren die Kleider meiner Puppen nicht mehr sicher. Als ich dann ein Berufspraktikum als Friseurin gemacht habe, war nach wenigen Stunden klar, dass Modedesignerin kein Thema mehr war. Ich habe meine Mutter angerufen und ihr gesagt: „Mama, ich werde ganz sicher Friseurin.“

Jetzt bist du seit 3 Jahren auch dm Studioleiterin. Was tust du hier in puncto Teamzugehörigkeit und Motivation?
Ein offenes, ehrliches und freundschaftliches Miteinander ist für mich sehr wichtig. Natürlich muss es auch Spielregeln und definierten Grenzen in der Zusammenarbeit geben, aber das funktioniert bei uns im Team wirklich sehr gut und meine Mitarbeiterinnen haben Vertrauen und wenden sich mit Anliegen und Anfragen immer gerne an mich. Mir ist es wichtig, die Kolleginnen zu fördern und sie bei der persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung zu unterstützen. Das ganze Team arbeitet an demselben Ziel, unsere Kunden außerordentlich zu verwöhnen und die Kundenbedürfnisse zu veredeln. Diese gemeinsame Mission schweißt ein Team natürlich zusammen und motiviert. Privat unternehmen wir auch gerne etwas zusammen und wir besuchen gemeinsam Konzerte oder schmeißen Grillpartys für die Kolleginnen.

Abgesehen von deinem Team - gibt es jemanden, mit dem du gern einmal zusammenarbeiten würdest?
Ich kann hier keine Namen nennen, sondern eher Typen. Ich arbeite gerne mit Querdenkern zusammen, die Visionen haben, Lust haben, Neues auszuprobieren und einen mit Begeisterung und Liebe zum Beruf mitreißen.
Ich arbeite auch sehr sehr gerne mit meinem derzeitigen Team zusammen und es macht jeden Tag Spaß, von diesen tollen Menschen umgeben zu sein.

Abschließend: Was hat Jaqueline Humele in nächster Zeit beruflich geplant?
Ich möchte weiterhin mein Studio gut führen, für meine Mitarbeiterinnen da sein und als Vorbild voran gehen.
Und im nächsten Jahr möchte ich unbedingt wieder am Austrian Hairdressing Award mitmachen und natürlich auch wieder gewinnen.

 


Interview: Katja Ottiger

Dezember 2013