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20.01.2015

Friseur Ossigs Rückkehr zum Barbering

Früher hatte sich der edle Wiener Innenstadtfriseur schon mal auf den Herrenservice spezialisiert und dies sein lassen. Wir haben mit Geschäftsführer Herrn Plasil über Männer-Trends gesprochen und nachgefragt, warum er nun zum Barbering zurückgekehrt ist...

imSalon: Herr Plasil, warum haben Sie beschlossen, wieder einen eigenen Barber-Bereich zu machen?
Herr Plasil: Das alte Konzept des Herrensalons ist unschlagbar. Wir hatten immer viele Herren im Salon, auch ohne eigenen Barberbereich. Nur war es oft einfach laut und eng zwischen den anderen Plätzen. Das wollten wir ändern. Der große Raum, in dem nun der Barber ist, war früher die Kosmetik, die gar nicht so viel Platz gebraucht hat. Die Entscheidung entstand also eher aus diesem Platzproblem.

imSalon: Welches Bild hatten Sie im Kopf, als Sie Ihren Barber-Bereich eingerichtet haben?
Wir wollten, dass sich der Bereich nicht zu stark vom gesamten Salonkonzept unterscheidet. Es sollte sich schön anpassen und dieses Dunkelbraun und Kupfer als Akzent bekommen. Unsere Kunden lieben unseren edlen Stil und den wollten wir beibehalten. Die Waschbecken an jedem Platz sind wichtig, um beim Barbering immer laufendes Wasser bereit zu haben.
 

"Der Kunde ist König, er darf natürlich sitzen wo er will"



imSalon: Geniessen die Herren es nun, in einem eigenen Raum unter sich zu sein?
Der Wunsch, abgetrennt zu sein war eigentlich bei den Mitarbeitern größer als bei den Kunden. Wenn man nicht zwischen den Frauen sitzt, kann man sich besser auf die Arbeit konzentrieren und den Kopf frei kriegen. Die männlichen Kunden hatten sich eigentlich schon daran gewöhnt gemischt zu sitzen und manche wünschen es sich sogar jetzt noch. Und der Kunde ist König, er darf natürlich sitzen wo er möchte.

imSalon: Was bedeutet für Sie "Barbering"?
Bei uns heißt Barber nicht nur einen Rasur-Platz. Wir bieten einen Herren-Allround-Service. Es wird Rasur angeboten, Maniküre, Kopfmassage, Haarpflege und Diagnose genauso. Bei uns können die Männer aus verschiedenen Paketen wählen, was sie gerne möchten. Zeit ist dabei sicher wichtig. Man muss genau sagen können, wie lange ein Service dauert.

imSalon: Wie oft kommen Herren zur Rasur und Bartpflege zu Ihnen?
Nassrasur ist nicht so häufig, vielleicht einer am Tag, bei 40-50 Herrenservices. Bartpflege kommt häufig vor. Ganz selten ist Bartwäsche, das erledigen die Herren eher zuhause. Immer wieder wird auch mal ein Bart gefärbt.
 

"Seit 40 Jahren wird davon geredet, dass Farbe beim Mann kommt"



imSalon: Und wie sieht es mit normaler Haarfarbe im Herrenbereich aus?
Farbe ist bei Männern nie Trend geworden. Seit 40 Jahren wird davon geredet, dass Farbe beim Mann kommt, aber nie ist es passiert. Tönungen, also Haarveredelungen, machen wir viel öfter. Besonders Goldwell hat eine phantastische Farbe, die nur ganz kurz einwirken muss. Diese Tönungen sind gerade auf weißen Haaren gut für Männer, weil es nicht auffällt, aber die Haare auf Fotos nicht so leuchtend wirken.

imSalon: Ist die Suche nach Mitarbeitern im Herrenbereich schwierig?
Die Mitarbeitersuche ist generell schwierig. Mit Spezialisierung auf den Herrenbereich findet man fast gar niemanden mehr. Kurt Bischof war damals das Zugpferd für das Fach und aus seiner Zeit haben wir noch zwei unserer Herrenfriseure bei uns. Die anderen beiden Mitarbeiter haben wir mit Schulungen und Herrentrainings so weit gebracht.

imSalon: Was sind die Herausforderungen im Herrenbereich?
Die Haarschnitte sind eigentlich immer gleich - die Herausforderung liegt im Styling.

imSalon: Geben Männer mehr Trinkgeld?
Nein, eigentlich nicht. Aber ich bin immer wieder erstaunt, dass überall viel Trinkgeld gegeben wird, wenn die Chemie stimmt. Auch für die Assistentinnen - im Verhältnis auf die Zeit gerechnet. Sie bekommen oft für einmal kurz Haarewaschen schon einige Euros.
 

"Die Kunden haben sich merklich verjüngt"



imSalon: Welche Produkte kaufen Männer im Salon?
Stylingprodukte werden schon gekauft, aber der Verkauf ist bei Damen immer besser. Die Herren nehmen immer noch die Pflegeprodukte der Frauen zuhause - das war immer so und wird wohl immer so bleiben.

imSalon: Was hat sich im Männerbereich verändert?
Die Kunden haben sich merklich verjüngt. Mit unseren jungen Friseuren kommen auch junge Kunden und wir sind bei einem Schnitt von 30-35 Jahren bei den Herren. Die Frisuren werden auch wieder länger. Sehr auffällig ist auch, dass sich Männer sehr gut stylen - oft sieht man auf der Strasse Männer, die besser gestyled sind als die Damen. Das ist nicht nur in Paris und London so, sondern hier in Wien.