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01.07.2011

Elisabeth Traub: persönlicher Traumjob

Bei ROMA hat sie Karriere gemacht. Als Verkäuferin stieg die ausgebildete Friseurin vor 20 Jahren in den Traditionsbetrieb ein und hat die Entwicklung vom kleinen Familienunternehmen zum internationalen Konzern mitgestaltet. Mit 23 war sie Filialleiterin, Führungskraft mit 28. Nun leitet sie die Personal- und Vertriebsgeschäfte und zeichnet für Produkt- und Verkaufsschulungen im Hause ROMA verantwortlich. FAKTEN: ROMA Friseurbedarf | Robert Maurer GmbH, gegr. 1949 | Hauptsitz: Vösendorf Mitarbeiter: ca. 400 (europaweit) Lehrlinge: 14 (Österreich) Filialen: ca. 130, in 7 Ländern Europas 2005 Gründung „Figaro ROMA“: Shop/Salon-Kombination 2006 Vertrieb auch über das Internet

Als Sie bei ROMA begonnen haben war es ein kleines Unternehmen. Sie haben die Entwicklung zum Konzern mitgetragen und sind zur Personal- und Vertriebschefin mit Verantwortung für 390 Mitarbeiter aufgestiegen. Haben Sie sich das so vorgestellt?
Nein, überhaupt nicht. Ich war sozusagen zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Eigentlich habe ich geglaubt, dass ich irgendwann mal einen eigenen Salon haben würde.
Mein Leben bei ROMA war Zufall. Ich habe nach meiner Ausbildung 2 Jahre als Friseurin gearbeitet und suchte nach einer Veränderung. Ich habe dann bei ROMA als Verkäuferin angefangen, wurde Filialleiterin und Gebietsleiterin und war damit verantwortlich für Personal, Produkt- und Verkaufsschulungen und die Ausstattung von Filialen.

Wie entwickelt man sich von der Fachverkäuferin zur Personalchefin?
Jeder Karriereschritt war ein Lernprozess. Ich bin in jede Position langsam hinein gewachsen, habe Stück für Stück gelernt Herausforderungen anzunehmen, umzusetzen und Aufgaben zu delegieren.

Was sind die wichtigsten Attribute, die eine Führungspersönlichkeit haben bzw. entwickeln sollte?
Unbedingt präsent sein! Persönlichen Kontakt zu den Mitarbeitern halten. Zu Ihnen hingehen, Gespräche führen, Menschlichkeit ausstrahlen, Mitarbeiter loben und motivieren.

Gibt es etwas, was Sie heute anders machen würden?
Ja! Von Anfang an unbedingt mehr Wert auf Produkt- und Verkaufsschulungen legen. Wir sind zu schnell gewachsen. Da kamen die Schulungen etwas zu kurz.
Mittlerweile schulen wir unsere Mitarbeiter regelmäßig. Es wäre allerdings auch einfacher für uns, wenn neue Mitarbeiter besser ausgebildet wären. Wir machen in den Bewerbungsgesprächen oft die Erfahrungen, dass es Lehrlingen schlichtweg an Praxis fehlt, z.B. in der Farbberatung. Da gibt es außerdem ein Stadt/Landgefälle: Am Land sind die Salonunternehmer genauer, wenn es um die Ausbildung geht.

Mit welchen potentiellen Problemen hat ROMA beim Nachwuchs zu kämpfen?
Wir haben derzeit 14 Lehrlinge, Büro- und Friseurlehrlinge gemeinsam. Es ist schwer, gute Lehrlinge zu finden. Lehrlinge von heute sind gut informiert über ihre Rechte, kennen aber ihre Pflichten nicht. Es wäre schön, da einen Mittelweg zu finden.

ROMA ist ein sich ständig weiterentwickelnder Konzern, hat einen Frauenanteil von über 90%, welche durchwegs auch in Führungspositionen zu finden sind. Welche Chancen haben MitarbeiterInnen und wie werden sie auf dem Weg in die Führungsetagen unterstützt?
Der Weg kann sein von der Verkäuferin zur FilialleiterIn bzw. GebietsleiterIn. Da diese Positionen bei uns in der Regel von Frauen besetzt sind, findet hier auch ein reger Wechsel durch Schwangerschaften oder auch Teilzeit statt. Dadurch ergeben sich immer wieder auch Aufstiegsmöglichkeiten. Und für WiedereinsteigerInnen versuchen wir immer neue Wege und Möglichkeiten zu finden, z.B. bei der Foldergestaltung.

Was imponiert Ihnen an Bewerbern?
Wenn sie klare Ziele haben, wissen, was sie wollen und wenn sie gute Ideen haben und neue Vorschläge einbringen.

Ihre wichtigsten Fragen im Bewerbungsgespräch?
- Warum bewerben Sie sich bei uns?
- Was haben Sie bisher gemacht?
- Welche Produkte kennen und mögen Sie?
- Wie stellen Sie sich ihre Zukunft vor?
- Und wir fragen nach Praxisbezogenem, beispielsweise Mischverhältnisse von Farben, daran können wir die praktische Erfahrung erkennen.

Persönliche Ziele?
Ich möchte wieder mehr zu den Filialen rausgehen und persönlichen Kontakt mit den Mitarbeitern halten. Es ist mir wichtig zu wissen: Was sind ihre Wünsche und Anregungen, was sollten wir verbessern? Außerdem lassen sich manche Probleme einfacher direkt vor Ort klären.

Wünsche an die Branche?
Lehrlinge müssen der Ausbildungsdokumentation entsprechend besser ausgebildet werden und es muss ihnen unbedingt mehr zugetraut werden. Sie benötigen viel mehr praxisbezogene Erfahrung. Bei uns müssen sie einfach wissen, in welchem Verhältnis Farben gemischt werden und z.B. auch erklären können wie man Farbsträhnen selbst setzen kann.

 

Juli 2011


Interview: Katja Ottiger