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01.06.2012

Branchenvisionär Andreas Innfeld im Interview

Der gebürtige Bregenzer ist erfolgreicher Trainer und Unternehmer und als Branchenvisionär innovativ und zukunftsorientiert. Die Fakten sprechen für sich: - 2 Friseur-Unternehmen - "Video2Hair" Schulungsplattform (www.video2hair.com) - Leitung Videoproduktions Studio, Fotokollektionen, Videoproduktionen - Fotografie für Friseure (8 Nominierungen bei den Hairdressing Awards) - int. Frisurenshows (Warschau, Krakau, Venedig, Zürich, Wien), erste Frisurenshow als westlicher Friseur in Tiflis (Georgien) und Baku (Asarbaitchan) - Jugendweltmeister 1988, div. nationale und internationle Erfolge im Preisfirsieren

Schon in deiner Lehrzeit konntest du bei Günter Amann erste Trainererfahrungen sammeln und hast später als langjähriges Mitglied im Schwarzkopf@work Team Techniken und Trends vermittelt. Vor Kurzem hast du die friseurexklusive Schulungsplattform www.video2hair.com ins Leben gerufen. Was ist der Gedanke dahinter?
Der Gedanke von Video2Hair ist, eine Internet Schulungsplattform von Friseuren für Friseure aufzubauen. Das Ziel von Video2Hair ist, das Wissen von den besten Friseuren der Branche für Friseure über das Internet bereitzustellen. Durch Video2Hair wird es möglich, zu jedem Zeitpunkt unsere Mitarbeiter zu schulen. Jeder kennt die Problematik der Aus- und Weiterbildung im Salon. Einerseits entstehen dem Salon hohe Kosten und andererseits ist die Kosten-Nutzen Effizienz relativ gering. Gleichzeitig wird es immer schwieriger die Mitarbeiter zu motivieren, ihre Freizeit für ein Wochenendseminar aufzuwenden.

Was bietet die Plattform und wie kann man sie als Friseur und Unternehmer nutzen?
Video2Hair bietet jedem Friseurunternehmer und dessen Mitarbeiter 24/7 die Woche die Möglichkeit, sich inspirieren zu lassen, neue Ideen zu holen und seine Mitarbeiter z.B. in Stehzeiten, die jeder Salon hat, schnell aus- und weiterzubilden. Der Nutzen zur Steigerung des fachlichen Könnens steht ganz klar an erster Stelle. Gleichzeitig können massiv die Ausbildungskosten gesenkt und die Weiterbildung für kleinere Unternehmen erschwinglich gehalten werden, um so das Image des Salons und das der BRANCHE durch exzellent ausgebildete Mitarbeiter zu steigern. Wir starten in Kürze mit einem spannenden Programm.

Woher bezieht ihr die Videos?
Wir produzierten mit unserem Team in unserem eigenen Studio die Videos selbst.

In deinen Salons bietest du z.B. auch ein Langhaar-Steckseminar für Endverbraucher an, inkl. einer Steckfrisuren-Box mit allen benötigten Utensilien. Wie kommt dieses Service bei den Kundinnen an?
Es war schon immer ein Wunsch von Langhaarfans, sich beim Friseur Tipps und Tricks zum Hochstecken zu holen. Da es aber schwierig ist, der Kundinnen es so zu vermitteln, dass Sie das auch zu Hause anwenden können, habe ich diese Box mit allen Hilfsmitteln und Hochsteckvideos, die sich auf 2 DVD´s befinden, entwickelt. Auf diesen Videos zeigt Martha Norz - selbst Top Stylistin - wie einfache Steckfrisuren, mit den Hilfsmitteln der Box, Schritt für Schritt gemacht werden. Es ist ein tolles Zusatzangebot für unsere Kunden. Ich biete die „My-Secret-Box“ auch für Interessierte Kolleginnen und Kollegen zum Verkauf in Ihren Salons an.

Trainieren und Weiterbilden der Mitarbeiter obliegen in euren Salons deiner Verantwortung. Worauf legst du dabei besonderen Wert?
Ich lege großen Wert auf Genauigkeit, Geschwindigkeit und Disziplin. Genauigkeit beim Lernen und dann dem kontinuierlichen Schulen im Salon. Wir schulen inzwischen viel über Videos. Da kann ich entscheiden, zu welchem Zeitpunkt geschult wird und ich kann die Stehzeiten sinnvoll nutzen. Dadurch bleibt die Spannung aufrecht und es entsteht keine Langeweile. Gleichzeitig kann ich Aufgaben stellen und die Lehrlinge lernen so selbstständig und in Eigenverantwortung.
Warum sollten Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter für jedes Unternehmen ein Muss sein?
Wir alle beklagen das schlechte Image des Friseurberufes und alle wünschen sich, das es besser wird. Ich bin der Meinung dass jeder Friseurbetrieb, ob EPU, Salons mit 1-2 Mitarbeitern, große Salons bis hin zu den Ketten verpflichtet sind, an diesem Image zu arbeiten. Was hat das nun mit der Ausbildung zu tun? Ich glaube, dass wir durch bessere Ausbildung jedes Mitarbeiters das Image jedes einzelnen Salon steigern werden und so ein Aufbau von innen nach außen bewirkt werden kann. Denn nach einer Studie im Auftrag der Tiroler Landesinnung hat ein einzelner Friseurbetrieb mit einem gut ausgebildeten Team ein sehr hohes Ansehen (Image) in der Öffentlichkeit und die Mitarbeiter erwähnen gerne den Namen des Salon, wo Sie arbeiten und sind stolz darauf.
Gleichzeitig sollte der Lehrplan in den Berufsschulen überarbeitet werden, so dass auch wieder die HS und AHS - Lehrer es gut empfinden, wenn talentierte Kinder eine Ausbildung als Friseur absolvieren und den Wert hinter handwerklichen Ausbildungen erkennen. Hier ist das ganze System gefordert, etwas zu ändern. Wir benötigen wieder mehr Lehrlinge die den hohen Anforderungen unseres Berufes entsprechen. Eine Idee hierzu wäre eine Powerlehre für Maturantinnen und Maturanten.

Dein härtestes Training?
Ich kann nicht sagen, welches das härteste Training war. Denn ich bin ein neugieriger Mensch, der Veränderungen liebt. Doch denke ich, dass ich die spannendsten und lehrreichsten Erfahrung in den letzten 5 Jahren gemacht habe, in dem ich meinen Ideen und Träumen konsequent verfolge. Ich lernte mit Niederlagen umzugehen und mir das erworbene Wissen für Neues zum Nutzen machen.

Auch deine 20-jährige Mitgliedschaft bei den Intercoiffeuren spricht für dein Engagement in der Branche. Warum ist es dir wichtig, bei solch einer Organisation dabei zu sein?
Intercoiffure ist für mich eine der Organisationen, denen ich viel verdanke. Denn eine starke Organisation mit den besten Friseuren wird in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Auch ist der Austausch unter tollen Kollegen ein wichtiger und überaus bereichernder Akt für mein Unternehmen. Ich bin stolz darauf Intercoiffure zu sein.

Was erfüllt dich in unserer Branche außerdem mit Stolz?
Es gibt keinen Beruf so wie der des Friseurs, der Menschen in kürzester Zeit ein anhaltendes gutes Gefühl vermitteln kann. Menschen kommen zu uns und geben uns Ihr Vertrauen. Unser Beruf ist eine wichtige soziale Institution für die Öffentlichkeit. Wir geben den Menschen das Gefühl, das Sie etwas Wert sind. Wir produzieren Schönheit am Menschen. Das macht mich stolz.

Was würdest du am österreichischen Friseurmarkt gerne nachhaltig verändern?
• Das Image des Friseurs im deutschsprachigen Raum
• Die Art wie sich unser Friseurberuf in der Öffentlichkeit präsentiert. Beispiel: Bei einem Preisfrisieren, das ich besuchte, war ich entsetzt, welche Stylings wir Friseure als Auszeichnungswert halten. Ich bin kein Gegner von Kreativität, wenn Schönheit und Ästhetik im Vordergrund stehen. Doch wenn bei verlangter tragbarer Tagesmode, absolut untragbare Stylings sich in den vorderen Plätzen einfinden, zeigt das klar für mich den falsch eingeschlagenen Weg. Denn genau diese Frisuren finden wir dann am nächsten Tag in der Presse. Mir ist das oft sehr peinlich.
• Der unangenehme Druck vonseiten der Industrie auf uns Friseure.