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Credits; Danny van Tuijl

26.06.2026

„Wir sichern uns mit Kreditkartendaten gegen No-Shows“

Mit Ginger|Lemon Hairspace haben Lizzy Lemon und Danny van Tuijl ein Erfolgskonzept in Wien etabliert: bunte Farben, hohe Preise, konsequente Stornierungsregeln und Beratungskosten.

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imSalon im Gespräch mit Lizzy Lemon & Danny van Tujl, Ginger Lemon, Wien

Ihr seid in Wien für eure aufwendigen, bunten Hairstyles bekannt und mit diesen in sozialen Netzwerken sehr präsent. Das funktioniert als Salonkonzept?
Lizzy Lemon: Ja, offensichtlich. Wir machen bis zu 80 % unseres Umsatzes mit bunten Farben und haben eine sehr junge Klientel, die uns vor allem über Social Media kennt.

Eure Arbeiten sind zum Teil sehr aufwendig. Was zahlt man durchschnittlich für eine solche Farbe? 
Danny van Tuijl: Wir liegen da bei Preisen ab ca. 360 Euro, das ist immer abhängig von Ausgangsbasis, Haarmenge und -Länge. Wir verrechnen vor allem den Zeitaufwand. Unserer Kundschaft und Zielgruppe ist sehr wohl bewusst, wie aufwendig diese Art von Colorationen sind und haben deshalb eine faire Einschätzung unserer Preise.

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Wie häufig muss ein Farbkunde, eine Kundin, denn wiederkommen?
DvT
: Das kann je nach Technik variieren. Für global blondierte Looks empfehlen wir 6 bis maximal 8 Wochen. Können KundInnen das nicht einhalten, sind diese Looks langfristig nicht sehr nachhaltig. Darüber klären wir die KundInnen genau auf.
Bei Verläufen, bei denen Naturhaar mit ins Spielt kommt, können die Abstände zwischen 3 bis 6 Monaten liegen - allerdings mit Refresh-Terminen zwischendurch, um bunte Looks wieder aufzufrischen.

Ginger|Lemon Insta

Wie stelle ich mir hier die Beratung vor?
LL:
 NeukundInnen müssen vor einer Erstterminvereinbarung im Salon vorbeikommen. Dabei schauen wir uns die Haare an, ihren Wunsch und erklären, was getan werden muss und wie groß der Aufwand dahinter ist. KundInnen erfahren da konkret, was auf sie zukommt, was sie zu Hause tun müssen und wie dann auch die zukünftigen Preise ausschauen. Wenn wir das alles eingetragen haben, vereinbaren wir einen Termin mit Anzahlung. Bei Follow-up Terminen ist das Gespräch dann nicht mehr notwendig.

Wie hoch ist euer Stundensatz?
DvT:
 Der Stundensatz beim Team liegt bei 120 €, die Stunde beim Creative Director bei 140 €.

Wir speichern die Kreditkartendaten der KundInnen, ähnlich einer Hotel-Reservierung.

Berechnet ihr die Beratung?
LL:
Ja, wir verrechnen 20 € für die Beratung, sollte kein Termin zustande kommen. Ergibt sich ein Termin, werden die Beratungskosten gegengerechnet.
Zusätzlich ist für den vereinbarten Farbservice eine Anzahlung zu leisten, die bei Absage des Termines nicht zurückerstattet wird. Diese Anzahlung variiert zwischen 50 bis 100 €, je nach angesetzter Länge des Termins.
Wir speichern die Kreditkartendaten der KundInnen, ähnlich einer Hotel-Reservierung. Somit können wir No-Shows oder kurzfristige Storno’s verrechnen. Wir müssen uns absichern, wenn wir einen halben Tag für Farbe blocken.

Was passiert bei kurzfristigen Absagen?
LL: 
Wir haben strenge Stornierungsregeln und sind diesbezüglich auf unserer Webseite sehr transparent. Bis 48 Stunden vorher kann man kostenfrei stornieren. Innerhalb der 48 Stunden fällt dann ein Stornierungsbetrag von 50 % an, bei einer Absage 24 Stunden vor dem Termin bzw. bei Nichterscheinen wird der Termin voll verrechnet.

Bei Absage 24 Stunden vor dem Termin bzw. bei Nichterscheinen wird der Termin voll verrechnet.

Wenn die Behandlung 450 € ausmacht, wie kommt ihr an euer Geld?
DVT:
 Wir haben alle Kundendaten und die unterschriebene Akzeptanz unserer Regeln. Die Differenz zwischen Anzahlung und Endbetrag muss bei Nichterscheinen nachgezahlt werden. Die Kosten werden direkt von der hinterlegten Kreditkarte abgebucht, so, wie das bei Hotels auch der Fall wäre.

Das klingt hart, ist aber konsequent und richtig. Und das kam schon vor?
DVT:
 Ja, das passiert immer mal wieder. Natürlich gibt es immer KundInnen, die das nicht cool finden, aber wir kommunizieren unsere Regeln sehr klar auf unseren Kanälen. Einen Anwalt mussten wir noch nie einschalten. KundInnen, für die das nicht ok ist, steht natürlich frei, sich einen anderen Salon zu suchen. ;)

Wie lange sitzen KundInnen durchschnittlich bei euch?
LL
: Ca. 3 bis 4 Stunden.

Wie viele KundInnen macht ihr pro Tag?
LL:
 Das kommt auf den Tag an, 2 bis maximal 4 Personen pro Stylist, pro Tag.

Du lässt dir ja nicht um 500€ die Haare färben,
um am Shampoo zu sparen.

Nimmt die Kundin dann auch Produkte mit?
DvT:
Absolut, und ich argumentiere immer: ‚Du lässt dir ja nicht um 500 € die Haare färben, um am Shampoo zu sparen. 25 € für ein Shampoo oder Conditioner sind da nicht viel. Wenn du Billigzeugs kaufst, spülst du mit jeder Haarwäsche 30 € deiner Haarfarbe weg.‘
LL: 60 % unserer KundInnen kaufen gleichzeitig Produkte.

Wie hoch ist der Verkaufsanteil am Umsatz?
DvT:
Der liegt durchschnittlich bei 22 %.

Samstags habt ihr geschlossen. War das je ein Problem?
LL:
 Nein. Der Samstag ist für uns uninteressant. Am Ende ist es egal, an welchen Tagen man ausgebucht ist. EndverbraucherInnen arbeiten heute auch mit größerer Flexibilität.

Gibt es eigentlich aktuelle Farbtrends?
LL:
Trends sind tot!
DvT: Überflüssig! Leute sind auf Social Media unterwegs, da ist alles so schnelllebig, dass du oft sofort reagieren musst. Man hat nicht mal die Zeit, sich darauf vorzubereiten. Die Wellen sind (Fingerschnipsen) ... 
Wir glauben an Individualität und bunt haben wir in Wellen seit den 70ern, angefangen bei Punks, dann New Wave, dann Raver, es war nie weg. Jetzt ist es mehr akzeptiert.

Dass ihr Künstler seid, zeigt auch eure starke Präsenz bei Awards oder aktuell bei eurer Publikation für Schwarzkopf Professional. Welche Bedeutung haben die für dich?
LL
: Für uns sind die Awards eine Möglichkeit unsere Visionen zu zeigen, uns anders ausleben zu können. Dabei muss ich mich nicht am Kundenwunsch orientieren, sondern mache das, was mir gefällt. Das ist eine andere Facette des Berufes. 

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