imSalon Redakteurin Juliane Krammer im Gespräch mit Merle Albes
imSalon: Merle, stimmt es, dass du dich selbst manchmal als schwierig bezeichnest?
Merle Albes: Es kommt auf die Situation an. Ich habe eine sehr klare Vision davon, wohin sich mein Salon entwickeln soll. Damit ecke ich bei manchen Menschen an. Es ist für einige ungewöhnlich, wenn eine Frau in meinem Alter so genau weiß, was sie möchte. Da kommt oft Gegenwind.
Wo spürst du das besonders?
MA: Mir wird oft gesagt: „Du bist 23 und erst im dritten Jahr selbstständig, du kannst das doch noch gar nicht wissen.“ Und ich sage dann: „Doch, ich weiß, wovon ich rede. Das hat nichts mit meinem Alter zu tun."
Was muss sich in der Friseurbranche ändern, damit junge Unternehmerinnen nicht ständig beweisen müssen, dass sie nicht nur kreativ, sondern auch wirtschaftlich und führungsstark sind?
MA: Wir brauchen mehr Offenheit. Viele in der älteren Generation sind eingefahren. Da heißt es oft: „Das war schon immer so“, aber warum verändern wir uns nicht?
Mir wurde vor meiner Selbstständigkeit viel Angst gemacht: Es sei wahnsinnig viel Arbeit, es bleibe nichts hängen, man dürfe bestimmte Preise nicht verlangen.
Und wie führst du deinen Salon?
MA: Ich bin im mittleren bis höheren Preissegment angesiedelt. Davon kann ich leben. Ich setze aber auch Grenzen: Samstag ist bei mir geschlossen. Dann gehe ich auch nicht ans Handy. Dafür habe ich Öffnungszeiten. KundInnen können sich per WhatsApp melden und ich bearbeite das in meiner Arbeitszeit.