In eurer Preisliste weist ihr ausdrücklich auf die Möglichkeit einer kostenlosen Anpassung innerhalb einer Woche hin. Wieso die Entscheidung?
Nelli Götze: Ich finde es gut, das offen zu kommunizieren. Schließlich geben unsere Gäste viel Geld für ihren Friseurbesuch aus. Trotzdem kann es sein, dass die Haare zu Hause nach dem ersten Waschen anders fallen, als wenn es FriseurInnen stylen. Oder KundInnen merken: Eigentlich hätte ich es doch gerne etwas kürzer.
Manchmal geht es nur um einen kleinen Feinschliff. Mir ist wichtig, dass sich Gäste nicht schämen müssen, wenn etwas nicht gefällt. Und ich muss mich ebenfalls nicht schämen, wenn mir einmal ein Fehler passiert.
Wie handhabt ihr das bei Farben?
NG: Nach ein- oder zweimal Waschen kann sich noch etwas verändern und dann muss man vielleicht noch einmal drüber gehen. Das ist nichts Ungewöhnliches.
Wo zieht ihr die Grenze zwischen einer kostenlosen Anpassung und einem neuen Service?
NG: Grundsätzlich schauen wir uns das immer an, aber nach fünf Wochen ist es für mich keine kostenlose Anpassung mehr. Ich hatte aber auch schon eine Kundin, die zunächst sehr zufrieden war und sich nach zweieinhalb Wochen meldete, nachdem eine Freundin ihr geraten hatte, die Haare noch etwas kürzer zu tragen. Wenn es um Dinge geht, die in wenigen Minuten erledigt sind, ist das für mich trotzdem in Ordnung: Stirnfransen nachschneiden, Koteletten korrigieren oder an einer Stelle noch etwas ausdünnen.
Plant ihr für solche Anpassungen eigene Zeitfenster ein?
NG: Das handhabt bei uns jeder für sich. Ich komme dann vielleicht früher oder mache es am Abend. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich wirklich etwas falsch verstanden oder nicht richtig zugehört habe, richte ich mich nach der Kundin. Kleinere Anpassungen lassen sich häufig erledigen, während bei einer anderen Kundin die Farbe einwirkt. Dann sage ich: „Komm vorbei, ich habe eine halbe Stunde Zeit und schaue es mir an.“ Wichtig ist mir, dass es zeitnah passiert.