Jasmin Werner im Gespräch mit Katja Ottiger
Jasmin, eine deutsche Studie zu Krankenständen hat ergeben, dass psychische Erkrankungen im Friseurhandwerk an zweiter Stelle rangieren. Woran liegt das?
Jasmin Werner: Ich denke, das ist eine Kombination aus den Anforderungen im Salon, den Erwartungen der KundInnen und den Rahmenbedingungen, die in vielen Salons noch immer herrschen. Dienstleistungen, Techniken und Kundenerwartungen haben sich verändert, jetzt müssen wir uns an die heutige Zeit anpassen.
Studie: "Das verdammte Leben sitzt bei dir auf dem Stuhl"
KundInnen kommen mit unterschiedlichsten Emotionen. Wie grenzt du dich ab?
JW: Genau dieses Thema war der Grund, warum es mein Unternehmen QUERSCHNITT überhaupt gibt. Über die Jahre hinweg sind mir aber immer wieder Kolleginnen begegnet, die aus den obigen Gründen den Beruf quittieren wollten. Ich habe mich gefragt: Was können wir dazu beitragen, das zu verändern? Wir beschweren uns alle über den Fachkräftemangel, aber wir sorgen nicht dafür, Menschen langfristig mit Freude im Job zu halten.