Du bist bereits sehr lange in der Branche. Was hat sich am meisten und unerwartesten verändert?
FM: Als ich in die Branche kam, hatten Salons durchschnittlich 5-6 Mitarbeiter. Für die Großindustrie waren auch nur Salons in dieser Größenordnung interessant. Jetzt arbeiten wir mit Salonstrukturen, die 1-2 Mitarbeiter haben. Diese kleinen Salons können höchst erfolgreich sein und wir müssen Wege finden, diese zu erreichen und Lösungen für ihre Bedürfnisse parat zu haben.
Das ist eine Herausforderung für jede Vertriebsstruktur, wie viele Außendienstler sind für euch unterwegs?
FM: Für Deutschland, Österreich und die Schweiz knapp 20 Außendienstler. Das ist eine kleine, aber sehr agile Mannschaft. Um den gesamten Markt abzudecken brauchen wir zusätzlich starke Partner, die uns unterstützen.
Welche Rolle spielt dabei der Fachgroßhandel?
FM: Das ist ein wichtiger Kanal. Alle relevanten Fachgroßhändler sind unsere Partner, damit erreichen wir eine gute Sichtbarkeit für unsere Marken.
Seid ihr mit allen Produkten im Fachgroßhandel vertreten?
FM: Mit allen Bestsellern wie Equave und UniqOne. Mit Farbe sind wir teilweise vertreten,
UniqOne und Equave sind eure Bestseller. Prozentual welchen Anteil nehmen diese am Gesamtumsatz ein?
FM: In Relation zur Farbe einen viel zu hohen! Coloration bildet in der Regel bei allen großen Anbietern den Hauptanteil, bei uns ist es aktuell noch genau andersrum.
Woran liegt das?
FM: Equave und UniqOne sind extrem leistungsstarke Produkte, die setzen die Latte sehr hoch. Unsere Farbe ist jedoch genauso stark und qualitativ sehr hochwertig. Im Markt ist aber noch nicht angekommen, dass wir ein starker Vollsortimenter sind und mehr als Pflege und Styling bieten. Daran arbeiten wir, denn das wird uns nach vorne bringen.
Revlon ist ein sehr starker Markenname, denn wahrscheinlich jeder kennt und meistens mit Dekorativer Kosmetik verbindet. Inwieweit ist es schon angekommen, dass Revlon auch eine Friseurmarke ist?
FM: Der Name Revlon ist erstmal ein großer Vorteil, man kennt die Marke, sie ist positiv besetzt. Der große Punkt ist, dass wir noch nicht als Farblieferant wahrgenommen werden. Das wollen wir jetzt erreichen.
Worauf liegt der strategische Fokus, auf Revlon oder American Crew?
FM: Unser Hauptfokus liegt auf der Marke Revlon Professional und Haarfarbe.
Ende April lädt Revlon Friseurkunden zum FrontRowSummit (Link) nach Lissabon. Was verbirgt sich dahinter?
FM: Wir schaffen eine Veranstaltung mit vielen Shows, Netzwerken und den International Hairdressing Awards. Ein Event, auf dem der Friseur stolz sein kann, Friseur zu sein und wo das Handwerk zelebriert wird. Das ist Teil unserer Neuausrichtung und unterstreicht unsere Nähe zum Markt.
2022 hat Revlon in den USA einen Insolvenzantrag gestellt (Chapter11). Wie ist der Status?
FM: Dieser Vorgang ist komplett abgeschlossen. Der deutsche Markt war davon nie stark betroffen, auch der Gesamtkonzern konnte so die Weichen für eine gute Zukunft stellen. Wir können mit voller Power und Support loslegen und entsprechend den Markt mitgestalten.