Im Gespräch mit Katja Ottiger
Du warst einige Jahre Lehrlingsbeauftragter in der Innung OÖ, bevor du zum 1.1.24 die Funktion des Landesinnungsmeisters von Erika Rainer übernommen hast. Was sind die Hauptpunkte auf deiner Agenda?
Alexander Geisbauer: Im Fokus steht zum einen die Aus- und Weiterbildung. Wir arbeiten in einem zukunftsträchtigen Beruf, der nicht durch Robotik oder Künstliche Intelligenz ersetzt werden kann. Dafür brauchen wir junge Leute und begeisterte Fachkräfte! Hier setzen wir verstärkt auf Image- und Lehrlingswerbung. Dazu gehört auch die Unterstützung der Arbeitgeber- und Ausbildungsbetriebe. Diese gehören klar entlastet. Hier haben wir auch als Innung ein Zeichen gesetzt und den variablen Bestandteil der Grundumlage, der auf der Sozialversicherungsbeitragsgrundlage basiert, mit 2024 deutlich gesenkt. Ein weiterer Punkt ist ein breites Angebot an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für unsere Mitgliedsbetriebe, sowohl auf fachlicher als auch auf wirtschaftlicher Ebene.
Immer mehr Leute hinterfragen das duale Ausbildungssystem – wie denkst du darüber?
AG: Grundsätzlich ist das duale Ausbildungssystem ein Erfolgskonzept, aber so wie die Zeit voranschreitet, sollten wir an den Stellschrauben drehen und optimieren. Z.B. beim Kernthema Unterstützung der Ausbildungsbetriebe vor Ort: Um Ausbildung erlebnisreicher zu machen, ist die „Get Hair App“ ein tolles Beispiel. Oder der „Intercoiffure Young Talent Club“, der es ermöglicht, Ausbildung voranzutreiben und Jugendliche schneller im Salon einzugliedern. Industriepartner, wie beispielsweise Goldwell mit „Fit for the Job“, bieten Intensiv-Seminare für Auszubildende an. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wenn wir es schaffen, die erste Woche in der Lehrzeit so zu füllen, geht der Einstieg in den Salon leichter von der Hand.