Es gibt immer weniger Ausbildungsbetriebe, ihr gehört dazu. Was ist dabei die größte Herausforderung?
ST: Ich habe das große Glück, dass meine Tochter Vanessa an meiner Seite ist. Sie hat die fachliche Leitung und den Part der Ausbildung komplett übernommen. Sie ist auch diejenige, die den Weg zurück in die Innung gegangen ist, und dort mittlerweile Prüfungen abnimmt. D.h. wir wissen genau, warum und vor allem wie wir weiter ausbilden wollen. Aber es funktioniert nur, wenn sich einer dem Thema Ausbildung voll annimmt. Ein bisschen Ausbildung geht nicht.
Was motiviert euch auch weiterhin auszubilden?
ST: Ich finde es einfach wichtig, Verantwortung zu übernehmen und zu zeigen, wie man diesen schönen Beruf erfolgreich weitergeben kann. Wir können gute Arbeitszeiten haben; wir können auch gutes Geld verdienen und wir machen Menschen mit unserem Tun glücklich. Was gibt es denn da noch Schöneres?
Wie findet ihr Nachwuchs?
ST: Um Nachwuchs zu finden, habe ich die Ausbildungshomepage www.friseur-ausbildung-muenster.de ins Leben gerufen. Die Seite ist mittlerweile im Raum Münster fest etabliert. Jeder, der Friseurausbildung / Münster eingibt, kommt an dieser Seite nicht mehr vorbei. Darüber hinaus haben wir letztes Jahr die Talentschmiede® ins Leben gerufen. Hier präsentieren unsere Youngstars ihr Können. Sie bekommen eine Plattform, um ihre Fähigkeiten zu verbessern und noch mehr praktische Erfahrungen zu sammeln. Junge Leute wollen etwas lernen und das müssen wir ermöglichen, indem wir als Unternehmer*innen echte Ausbildung bieten. Niemand möchte drei Jahre lang Haare fegen! Im Rahmen der Talentschmiede ist Instagram unser Kommunikationskanal Nr. 1. Darüber können wir sehr viele Neukund*innen Kontakte generieren.
Bewundernswert, wie ihr euch für den Nachwuchs einsetzt. Die nächste große Herausforderung ist dann diese, wie auch die Mitarbeitenden zu halten. Was macht ihr hier?
ST: Wir als Friseure müssen heute wahnsinnig anpassungsfähig sein, ein „so haben wir das immer gemacht“ funktioniert schon länger nicht mehr. Es gibt große Herausforderungen und davon nicht zu wenige. Wir als Unternehmen müssen uns auf die höchsten Peaks, also die größten Herausforderungen konzentrieren und diese bearbeiten. Uns war klar, dass wir uns im Team über Work-Life-Balance und Arbeitszeiten Gedanken machen mussten. Deshalb haben wir vor über einem Jahr die 4-Tage-Woche eingeführt. Für uns gehört es zu den Grundwerten des Unternehmens, die Wünsche der Mitarbeitenden ernst zu nehmen und Wertschätzung im Alltag zu leben.