Im Gespräch mit Katja Ottiger
Michelle, du bist in Amerika geboren, deine Friseurausbildung hast du in Deutschland gemacht, bist immer wieder viel in den USA unterwegs. Was sind die Unterschiede?
Michelle Barnes: In Amerika haben Hairstylisten keine Angst, Geld entsprechend ihrer Arbeit zu verlangen. Das können bei einer Farbe schon mal ein paar Hundert Dollar sein.
Sie verdienen entsprechend besser?
MB: In amerikanischen Salons arbeiten angestellte Friseure sowie auf Stuhlmiete. Angestellte bekommen ein Grundgehalt und arbeiten auf Provision, teilweise sind das bis zu 50 Prozent. Und das ist sehr verlockend, um entsprechend Gas zu geben.
Was sind in deinen Augen die positiven Aspekte hier?
MB: Stabilität und keine Angst, den Job zu verlieren! Beim „hire and fire system“ in Amerika, kannst du jederzeit ohne Job dastehen.
Und natürlich die Lehre! Deine Ausbildung in Amerika zahlst du selbst! 1.700 Stunden Unterricht (ca. 3 Jahre, Anm.) kosten dich da schon mal 20.000 – 30.000 Dollar, es sei denn, du hast einen Salon, der so nett ist und dich in dieser Zeit bezahlt. Du entscheidest dich für eine Schule oder eine Firma. Großkonzerne haben Akademien, beispielsweise wie Paul Mitchell, an denen sie eigene Techniken unterrichten. Dort lernst du die Theorie im Allgemeinen, denn es gibt ein grundlegendes System, und du machst auch Prüfungen.