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Credit: imSalon

23.03.2026

Messefazit: Das war die Top Hair 2026

Bye-bye Traditionalisten, wenn wir den Wandel prägen wollen. Overkill, Glaube, Techtainment, Empathie, Kampf, Dopamin, Sexismus, Akzente, ALLE, Maßstäbe und warum 'So wie immer' endlich raus aus den Köpfen muss....

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Kommentar von Raphaela Kirschnick

Vorab: Wollen wir jammern und retrospektiv werten oder endlich optimistisch und lösungsorientiert nach vorne schauen? Ich habe mich für Letzteres entschieden. Denn alles andere führt in ein Kreiselnirvana, das niemandem guttut, zuallerletzt dem Friseurhandwerk.

Bevor wir also ans Eingemachte gehen, erst mal ein Blick auf das, was auf dem Messefloor unübersehbar war.

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Extensions Overkill

Wenn man die Top Hair 2026 als Gradmesser nimmt, dann besteht die Zukunft des Friseurmarkts offenbar vor allem aus Haarverlängerung. Ganze Haarpaläste säumten die Gänge, in den international geprägten Hinterhöfen wurde das Langhaar zusätzlich verscherbelt! Diese bildverzerrende fernöstliche Haarflut irritierte.

Glaube an wertiges Handwerk

Erstaunlich viele heimische Start-ups traten mit pfiffigen, oft überraschend durchdachten Konzepten auf und vor allem mit einem Glauben an wertiges, künstlerisches Handwerk. Da ging es um nachhaltig in Deutschland produzierte Lockenwickelalternativen, zertifizierte Echthaar-Extensions, Spezialisierungen für Locken, Head-Skin-Coloring, neue Kopfhautkonzepte und andere Ergänzungsangebote, die zeigen: Da denken viele weiter. Auch Nachhaltigkeitsprojekte wie 'Hair Help the Ocean' stärken die Bedeutung eines relevanten Handwerks.

Soloselbstständige als neue Zielgruppe

Die Mikronisierung der Betriebe schreitet voran… wo ein Markt, da die Angebote.
Jeder kann sich mega hip und edel mal eben einen Saloncontainer auf die Wiese vorm Haus stellen. Wer da Baustelle vor Augen hat, nö, die Weiterentwicklung des Tinyhouse zum Tinysalon, hochwertig und überraschend leistbar, beeindruckt.

Wer sich keinen Mini-Salon hinstellen kann, der geht in den Co-Working Space. Präsentierte man sich früher als bester Arbeitgeber, zeigt man sich heute als perfekter Stuhlvermieter.

Weniger Testosteroniges

Entgegen der Entwicklung im Markt waren die Barber weniger stark präsent, sowohl im Publikum als auch unter den Ausstellern.

Techtainment

In den Bann zogen uns einige super coole Werbescreens, Times Square am Messeboden, macht die Messe ziemlich neo-zeitgeistig.

No-Wellness Wellness

Head Spas nehmen weiter zu, Wellness ist kein USP mehr, sondern selbstverständlich.

Empathieberuf - auch im Handeln

Wirklich stark war dort, wo Herz sichtbar wurde. Charity-Aktionen, Barber Angels, Haarspenden-Initiativen – all das zeigte, was diese Branche im Kern auch ist: ein Beruf der Nähe, des Selbstwertes, der Würde. Schön, dass wir berühren dürfen.

Networking first

Menschen treffen war im Übrigen die Antwort Nummer 1 aller von uns befragten BesucherInnen nach dem Grund ihres Besuches in Düsseldorf. 

Schönheit mit haarschonendem Heim-Decor

Auch dieser Trend war nicht zu übersehen: Das Wohlgefühl endet nicht mehr an der Salontür. Pillow Covers, Wickeltücher, schöne Accessoires fürs Zuhause: Haare sollen längst nicht mehr nur im Salon geschützt und inszeniert werden, sondern überall. Der Alltag wird zur Verlängerung des Serviceversprechens.

Kampf dem Sexismus

Es bleibt fraglich wie nackt und leopardig Flyerdamen umherstackseln sollten! Geschmack ist subjektiv, aber müssen wir Frauen noch immer in die Rolle der animalischen Sex-Marketing-Wunderwaffe zwängen… Sex sells im Umfeld eines Berufes, der von Frauen dominiert wird? Für mich der falsche Weg.

Wo es gut riecht…

geht man hin, oder? Gefühlt gab’s an jedem zweiten Stand Popcorn. Ein bissl‘ wie am Jahrmarkt.

Hauptsache Dopamin

Schlangestehen ist in, ob vor den vielen Glücksrädern, Spielkonsolen oder Virtual Reality Stationen, letztere freilich mit Produkt und Education Bezug, oder für Gratisdrinks. Messen müssen heute offenbar nicht nur informieren, sondern triggern, aktivieren, bespaßen: Dopaminausschuss als Eventstrategie. Es funktioniert, die Schlangen waren beeindruckend.

Und weil Alle Neues fordern

… wurde der beige Teppich ausgerollt. Und das hat aufgewertet, wow, wie nobel, weich und unglaublich luftig. Da merkte man erst, wie erdrückend das Lila doch eigentlich war. Aber viel wichtiger …

… die Akzente der Masterclasses

Die boten nämlich einen echten Mehrwert, der im Übrigen auch gerne bezahlt wurde. Die Stimmen, die wir auffingen, waren voller Begeisterung! Gut so, das ging auf, etwas Neues wollten doch alle!

Wer sind eigentlich ‚Alle‘?

Gesprochen wurde ja irgendwie nie über die, die da waren, sondern nur über die, die nicht da waren!
Überhaupt hat man an vielen Ecken diesen reflexhaften Negativblick gespürt.
Zu wenig dies, zu wenig das, früher mehr, heute weniger. Ja, und?

Falsche Maßstäbe

Wenn wir erfolgreich in die Zukunft gehen wollen, sollten wir endlich den Blick zurück sein lassen! Endlich weg von „So wie immer“!!!

Die Zeiten mit 40.0000 BesucherInnen sind rum, so what? Dann sind‘s halt 27.000 glückliche, begeisterte und motivierte Kreative, SchnäppchenjägerInnen, NetzwerkerInnen, PartygängerInnen und Inspirationssüchtige! Das sind rund 33 % der Betriebe oder 18 % der Beschäftigten. Von dieser beeindruckenden Reichweite träumen andere Branchen.

2019 darf nicht Maßstab sein, es ist 2026 und das Friseurhandwerk hat sich gewandelt, so auch das Event!

Neue Maßstäbe

Klar geht’s nicht ohne Wirtschaftlichkeit, rechnen muss es sich. Aber die andauernde Grundstimmung der „Traditionalisten“ mit Altvergleich zu schimpfen, bringt uns genauso wenig weiter wie das konstante Jammern zu allen möglichen Herausforderungen, die von anderen gelöst werden sollen! Lösungen finden wir nur gemeinsam und gemeinsam … dazu brauchen wir die Messe!

Energie mit Richtung

Purer Optimismus wird gelebt von den vielen großartigen BühnenartistInnen und SpeakerInnen. Die Liste zu lang, um alle aufzuzählen. Hervorheben mag ich aber Daniel Golz.  Er hat die große Bühne nicht nur moderiert, sondern mit Ideen, Perspektiven, Haltung und lösungsorientiertem Pathos aufgeladen. On stage und off stage. Das war Energie mit Richtung.

Friseure brauchen Zukunft

Hoffnung keimt in all jenen, die über den Tellerrand blicken und viele schauen auf die nächste Generation! 

Freudvoll klang es
„Es ist alles in Bewegung“,
„Da kommt was Großes, bald wird es explodieren und das wird gut sein“
2030 wird geil
„Es wird Zeit das die junge selbstbewusste Generation, die sich nicht unter Wert verkauft an den Schalthebeln sitzt“.

Also,… gebt den Jungen das Kommando, denn sie wissen genau was sie tun! 

Ich war mit den Jung-imSalonistas unterwegs und … wir fanden die Messe großartig, extrem edel (von Ausnahmen abgesehen) und ich teile den Glauben an eine gute Zukunft.

Deshalb wollen wir die Messe. Nein, deshalb brauchen die Messe!

Ja, es war alles anders... ABER es wird alles noch ganz anders werden.

Ich freue mich darauf,

eure Raphaela
mit Sarah & Lisa

imSalonistas Sarah Prantzke, Raphaela Kirschnick, Lisa Lampert

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