29.04.2020

Salons dürfen an Sonn- und Feiertagen öffnen, aber...

Die WKO veröffentlicht die Sonntagsregelung, die es Salonbesitzern möglich macht, auch an Sonn- und Feiertagen zu öffnen. Dazu gehören aber schriftliche Vereinbarungen, sowie eine angemessene Entlohnung für MitarbeiterInnen.

Heute wurde die Sonderregelung für die Covid-19-Wiederöffnung von der WKO geteilt, nachzulesen ►hier. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Öffnungszeiten für Friseure ab 1. Mai

An Werktagen dürfen Geschäfte rund um die Uhr offen haben: Montag 00:00 Uhr bis Samstag 24:00 Uhr

Wie lange dürfen die Mitarbeiter von Montag bis Samstag beschäftigt werden?

  • ArbeitnehmerInnen können von Montag bis Freitag von 6:00 Uhr bis 21:00 Uhr arbeiten.
  • Für Jugendliche gilt bis 20:00 Uhr.
  • An Samstagen gilt bis 18:00 Uhr, für Jugendliche bis 13:00 Uhr.

Die Arbeitszeit von Montag bis Samstag ist so zu verteilen, dass ArbeitnehmerInnen einen ganzen Werktag pro Kalenderwoche frei haben.


Regelung für Öffnung an Sonn- und Feiertagen

Das Sonn- und Feiertags-Betriebszeitengesetz (BZG) erlaubt gewerbliche Tätigkeiten an Sonn- und Feiertagen.

Unter den Voraussetzungen des § 12b des Arbeitsruhegesetzes - ARG ist die Beschäftigung von AN (Anm. der Redaktion: ArbeitnehmerInnen) in Dienstleistungsbetrieben während der Wochenend- bzw. der Feiertagsruhe zulässig, ergo auch die gewerbliche Tätigkeit, die in der Betreuung von Kundinnen und Kunden und dem Offenhalten von Betriebsstätten besteht. 

 

Um an Sonn- und Feiertagen einen Salon zu öffnen, müssen folgende Punkte berücksichtig werden:

Arbeiten an Sonn- und Feiertagen ist erlaubt durch eine betriebliche Vereinbarung. (Diese nennt sich "betrieblich vereinbarte Ausnahme vom Verbot MitarbeiterInnen während der Wochenend/Feiertagsruhe zu beschäftigen")

  • Wenn es einen Betriebsrat gibt, ist die Regelung nur durch Betriebsvereinbarung zugelassen. 
  • In Betrieben ohne Betriebsrat  muss die Regelung mit der/dem einzelnen betroffenen ArbeitnehmerIn vereinbart werden. 

Die Vereinbarung hat zwingend schriftlich zu erfolgen! Eine mündliche Vereinbarung ist nicht zulässig!

 

Folgende Punkte müssen bei sondergeregelten Öffnungszeiten berücksichtigt werden:

  • Eine Ausnahme vom Beschäftigungsverbot für Wochenenden/Feiertage darf nur zugelassen werden, wenn es besonderen Arbeitsbedarf gibt. Dieser besondere Bedarf ist aufgrund der Corona-Pandemie und der Schließung der Geschäfte für mehr als 6 Wochen gegeben.
  • Verkaufstätigkeiten sind außerhalb der erlaubten Öffnungszeiten allerdings nicht möglich.
  • ArbeitnehmerInnen dürfen pro Jahr nur an vier Wochenenden oder Feiertagen eingesetzt werden.
  • Es ist darauf zu achten, dass MitarbeiterInnen nicht an vier aufeinanderfolgenden Wochenenden beschäftigt werden! 
  • ArbeitnehmerInnen leisten diese Beschäftigung in Form von Überstunden ab.
  • ArbeitnehmerInnen können die Beschäftigung am Wochenende/an Feiertagen aus persönlichen Interessen ablehnen.
  • Lehnt ein/e MitarbeiterIn eine Beschäftigung an Sonn- und Feiertagen ab, darf er/sie aus diesen Gründen nicht benachteiligt werden ( in Bezug auf Entlohnung, Aufstiegsmöglichkeiten und der Versetzung).

 

Entlohnung

Für Überstunden an Feiertagen steht den ArbeitnehmerInnen ein Überstundenzuschlag von 100% zu.

 

Zuschläge für Überstunden, Nachtarbeit und Sonntagsarbeit

  • Zuschläge für Überstunden sind 50 %
  • Für Nachtarbeitsstunden zwischen 20:00 und 7:00 Uhr steht eine Zeitgutschrift von 100 % zu.
  • Für Arbeitsstunden an Sonntagen gebührt ein Zuschlag von 100 %.
  • Beim Zusammentreffen mehrerer Zuschläge sind diese zu kumulieren.
  • Die Verrechnung der Überstunden erfolgt viertelstundenweise. Bruchteile einer viertel Stunde werden auf eine volle viertel Stunde aufgerundet
  • Wird für Überstundenarbeit Zeitausgleich vereinbart, so besteht das Zeitguthaben aus der Überstunde und dem jeweiligen Zuschlag. 

Offenhalten der Geschäfte an Sonn- und Feiertagen für EPU möglich

Das Friseurgeschäft darf offen sein, wenn nur der/die UnternehmerIn selbst arbeitsbereit ist.

Fazit:

ArbeitgeberInnen dürfen immer und jederzeit arbeiten! Ob es sich auch nur annähernd rechnet, einen Mitarbeiter für Überstunden oder gar zu Sonntagsarbeit einzuteilen, liegt in den Kalkulationen der einzelnen Unternehmen. Es ist davon auszugehen, dass kein Salon ohne spezielle "Sonntagspreise" von diesem Modell gewinnbringend Gebrauch machen kann.