Der Bundeskanzler bei Friseuren – wir waren dabei!
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Der Bundeskanzler bei Friseuren – wir waren dabei!

Bundeskanzler Christian Kern besucht die Berufsschule für Friseure in Wien und hat einige Botschaften im Gepäck.

Sympathisch, offen und mit vielen Botschaften präsentierte sich Bundeskanzler Christian Kern den SchülerInnen und Lehrern der Berufsschule Friseure I. in Wien. Mit dabei Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, die dem Thema Lehre einige Aktivitäten widmet.



Das Image leidet, qualifizierter Nachwuchs schwindet und die Politik wird hier genauso gefordert sein, wie die Branche selbst. Umso wichtiger, ein genauer Blick auf die Botschaften der Minister, die sich immerhin 1 Stunde Zeit für die Belange der Friseur & Kosmetik nahmen. Die jungen Lehrlinge waren vorbereitet und stellten konkrete Fragen rund um Lehre, Handwerk und Friseur, aber durchaus auch zu sozialkritischen Politthemen. Ob Mindestlohn, Lehrimage oder Schulausstattung wollten Sie wissen, welche Hilfe sie erwarten dürfen.

Ad Politiker-Aussehen in Öffentlichkeit:


Nun denn, Bundeskanzler Kern bestimmt selbst über sein Äußeres, nicht mal seine Frau hat Mitspracherecht. Einen Kamm besitzt er auch nicht, das Stylen übernimmt alle 3 Wochen sein Frisör. Dafür sieht er stets recht adrett aus, liegt aber vielleicht auch am versteckten Friseur in seinem Haus.



Ad Lehre


Kerns Steckenpferd und da wird er ernst, denn der Lehrberuf soll wieder eine gute Stellung in der Gesellschaft erhalten.
Laut Kern kann es nicht sein, dass für einen Gymnasiasten mehr Geld ausgegeben wird, als für Lehrlinge. Es fordert ein gesamtpolitisches Umdenken und mehr Wertigkeit für diesen Berufsweg. Ein Anfang macht er sicherlich mit seinem Besuch vor Ort.

Ad Lehrmotivation und Basisbildung


Bildungsministerin Hammerschmid ist durchaus bewusst, dass mangelnde Basisbildung das Gesamt-Niveau herunterzieht und motivierten jungen Leuten das Lernen erschwert. Und so liegt Sprachkompetenz im Fokus der Bildung. Diese soll in den kommenden Jahren mit zahlreichen Maßnahmen Mängel in Allgemeinbildung, Rechnen und Schreiben lösen. Ein Langzeitprojekt, man wird sehen!

ad Mindestlohn:


Kern sieht faire Bezahlung als ganz wesentlich an für Gerechtigkeit. Leistung muss sich lohnen und leisten tun nicht nur Raketenphysiker und Studierte, sondern eben auch der Friseur, jeden Tag und das, in einem Handwerk, das niemals durch einen Roboter ersetzt werden kann. Löhne müssen sich anpassen, auch wenn es Preissteigerungen zur Folge hat. €1.500 sind anvisiert.

Ad Berufsimage:


Wie praktisch! Genau heute wurde eine Gesetzesreform in Begutachtung geschickt. Die Lehre soll wieder wichtig werden. Dazu werden konkrete Maßnahmen eingefordert, u.a.:

1.) Mehr Berufsschulstunden, genau genommen 1.260 Stunden gesamt, das wären 60 Stunden mehr, denn gute Ausbildung braucht Zeit. Interessanter Ansatz, ob da bereits mit Friseurunternehmern drüber gesprochen wurde!?
2.) Lehre mit Matura soll verstärkt angeboten werden. Dafür sollen vor allem maßgeschneiderte Regionalprogramme gefahren werden. Großartig, die Modeschule Hallein macht’s vor!
3.) Der dritte große Bestandteil umfasst Sprachen. Sprachlehrgänge sollen bezuschusst werden. Ob das ein dringender Bedarf in diesem Handwerk ist, sei dahingestellt. Immerhin hoben sich auf die Frage Hammerschmids nach internationalem Arbeitseinsatzwunsch knapp 5 Hände von 80.

Ad Schulausstattung:


JA! Dank eigener Kinder ist Kern bewusst, welche Mankos die Schulen aufweisen. Jetzt heißt es handeln oder besser einkaufen, denn alle Schulen sollten auf digitalem Topstand sein. Dies vergleicht Kern dann gerne mit Bruno Kreiskys Initiative, alle Schüler mit Gratis-Schulbüchern auszustatten. Modern-digitalisierte Berufsschulen, Tablets für jeden, ein wahrer politischer Kraftakt, möge er gelingen.

Ad Friseurkollektiv versus Mindestsicherung


Diese Frage lag auf Herzen: „Warum soll ich 40 Stunden für €1.100 hackeln, wenn andere ohne etwas zu tun €800 erhalten?“ Da schließt sich der Kreis zum Mindestlohn und leistungsgerechter Zahlung. Ohne Abschweifen in Sozialpolitik ging es da dann doch nicht, es gibt noch viel zu tun.

Spannend, denn den jungen Schülerinnen bot sich großartiger Einblick in politisches Geschehen. Gleichzeitig erhielten Sie eine immense Aufmerksamkeit, denn der Besuch zeigt, wie wichtig das Thema Handwerk und Lehrnachwuchs geworden ist. Jetzt gilt es zu beobachten, was daraus gemacht wird, welche Versprechungen erfüllt werden. Fakt jedoch bleibt, Ausruhen auf politischen Maßnahmen wird zu wenig sein, jeder Friseur soll mit Selbstbewusstsein zu seiner Leistung stehen und professionell sein Handwerk ausüben, dann sind Preise kein Thema, Image steigt automatisch und Löhne stimmen dann auch.

Die wichtigen Aussagen und Gesprächsinhalte können sie in unserer 20minütigen Reportage selbst verfolgen.



Was denken Sie? Wir freuen uns auf Kommentare/ Meinungen zur Erhöhung der Berufsstundenzahl, Mindestlohn und Sprachenförderung, bitte an raphaela@imSalon.at! An einer Folge-Reportage mit Stimmen aus dem Markt arbeiten wir bereits.



Ein besonderer Dank gilt Schulleiterin Christa Mayer und Berufsschullehrer Martin Klinka für dessen Organisation und Einsatz.
Durch die Schule führten und begleiteten die Friseurlehrlinge Fjolla Krasniqi (Gruppa L'Ultima), Mevka Smajic (Hairstyle am Europlatz, Wien 12.), Luise Winter (Frisuren Haarscharf, Wien 13.), Sabrina Eichhorn (Frisör Elisabeth, Wien 14.), Kevin Tambor (Bertram K , Wien 6.)


Credits
Fotos: Martin Steiger | www.martinsteiger.at
Video: Dieter Schreiner für Filmconcept

März 2017
EventPix (63 Bilder)

14.03.2017 | Bundeskanzler Kern in der BS Friseure Wien

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