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27.03.2013

Roman Wagner: Leidenschaft Akademie

Mit 19 Jahren war er der jüngste Meister Österreichs, mit 20 übernahm er den väterlichen Salon in Neumarkt und seinen ersten Preis gewann er bereits im ersten Lehrjahr. Seine Leidenschaften Beruf und Preisfrisieren waren schließlich wegweisend für alles folgende: an die 100 Auszeichnungen und Diplome, vom Lehrlingsfrisieren bis zu den Europameisterschaften, Salonunternehmer, Landesinnungsmeister, Bundesinnungsmeisterstellvertreter. [i]Fakten:[/i] - Friseurunternehmer seit 1975 | 1 Salon | 2 Mitarbeiter - 1997 Obermeister der Akademie der Friseurkunst - 2005 Bundesinnung (zuständig für Wettbewerbe) - 2010 Landesinnungsmeister Steiermark, Bundesinnungsstellvertreter

All Ihre Preise und Auszeichnungen im Detail aufzuzählen, wäre zu umfangreich. Deshalb die Frage vorab: Welcher Preise ist Ihnen persönlich der Wichtigste?
Das war 1979 der Bundessieger der Friseurkunst in Wels (künstlerische Frisuren).

2010 wurden Sie zum Landesinnungsmeister der Steiermark und Bundesinnungsstellvertreter berufen. Wie kamen Sie zur Innung und wie lang schon, sind Sie dabei?
Ich bin seit bald 35 Jahren in der Innung. Als ich 1979 zum Bezirksmeister von Murau gewählt wurde, war ich noch sehr jung, hatte zu diesem Zeitpunkt aber, da mein Vater ebenfalls jahrelang Bezirksmeister war, immer schon viel von dieser Arbeit mitbekommen und war auch immer wieder auf Veranstaltungen präsent. Seitdem bin ich auch im Ausschuss der Landesinnung und Mitglied der Prüfungskommission. Ich war immer schon mit Begeisterung in der Wirtschaftskammer dabei und hab verschiedenste Funktionen ausgeübt.

Wenn ein junger Mensch in der Innung mitarbeiten möchte, welche Qualifikationen sollte er mitbringen und an wen sollte er sich wenden?
Vor allem sollte er viel Freude, Begeisterung und Zeit für den Beruf mitbringen, sowie ein deutliches „ Mehr“ an Ausbildung und Wettbewerbserfahrungen, z.B. beim Preisfrisieren.

Und was ist mit Erfahrungen, die jemand nicht beim Preisfrisieren, sondern eher auf der Bühne gemacht hat… Ich persönlich lege Wert auf Fachkompetenzen, schau mir die Leute immer wieder bei verschiedenen Veranstaltungen an, so wie das auch die anderen Ausschussmitglieder tun. Derzeit haben wir 15 Mandate in der Steiermark und setzen auf Erfahrung und Jugend. Wichtig ist uns bei der Zusammenstellung, dass immer auch junge Leute nachrücken, sodass wir eine gute Altersdurchmischung haben.
Der Ansprechpartner ist in jedem Fall der Landesinnungsmeister oder aber einer seiner Stellvertreter oder Ausschussmitglieder, denn Sie alle sind Entscheidungsträger.

Was liegt Ihnen bei der Innungsarbeit besonders am Herzen?
Die Qualität der Ausbildung in bestem Einvernehmen mit den Berufsschulen, Betrieben, Mitarbeitern und Meisterkollegen zu sichern.

Wie viel Zeit verbringen Sie monatlich mit Innungsarbeit?
Sehr viel, aber genau lässt sich das nicht beziffern. Täglich, kann ich sagen, nimmt es ungefähr eine Stunde in Anspruch, aber ich bin fast jedes Wochenende im Einsatz von Vorarlberg bis Wien - als Bundesinnungsmeisterstellvertreter und in meiner Funktion als Vorsitzender der Preisjury.

Wie managen Sie das mit Ihrem Unternehmen?
Das geht sich aus, weil alle meine zusätzlichen Termine im Geschäft bekannt sind und die Kollegen meine Kundentermine, die zu 90% Fixtermine sind, dementsprechend einteilen.

Der diesjährige Landeslehrlingswettbewerb findet Mitte April im Rahmen der „Hair“ statt, die in Kooperation mit der Messe Graz und der TopHair International stattfindet. Was erwarten Sie sich von der Messe?
Wir als Innung der Friseure wurden von der Messe Graz gefragt, ob wir unseren Lehrlingswettbewerb im Rahmen der Beauty-Messe machen möchten. Den Bewerb dort veranstalten zu können, bedeutet mehr Aufmerksamkeit und ist für uns eine gute Möglichkeit, das Können unserer Lehrlinge einem breiten Publikum zu zeigen. Das Publikum wird aus verschiedenen Zweigen der Beautybranche sein und unsere Lehrlinge bekommen zudem die große Bandbreite der Schönheitsberufe vor Augen, was ihnen wiederum neue Impulse geben kann.

Thema Lehrlingsnachwuchs: Was tut die Innung Steiermark konkret, um bei den Jugendlichen auf einen Job in der Friseurbranche aufmerksam zu machen?
Ich denke, in der Steiermark haben wir keine Probleme mit dem Nachwuchs. Unsere Innung hat es sich zur Aufgabe gemacht, gute zukünftige Lehrlinge zu finden. Aus diesem Grund gibt es auch die von der Wirtschaftskammer Steiermark produzierte Broschüre „Leidenschaft mit Lehre“, in der die Sonnen- und Schattenseiten des Berufes beleuchtet werden. Diese verschicken wir an die Abgangsklassen der Haupt- und Mittelschulen. Zudem gehen Ausschussmitglieder, allen voran meine Stellvertreterin Frau Doris Schneider, direkt in die Schulen, erzählen von ihrem Beruf und beantworten Fragen der Schüler. Wir setzen hier ganz klar auf Qualität statt Quantität. Es kommt immer darauf an, was man dafür tut. Und hier sind nicht nur die Betriebe, sondern auch die Innung gefordert. Dass wir auf dem richtigen Weg sind, zeigt sich auch bei den Bundeslehrlingswettbewerben. In den letzten Jahren erreichten unsere steirischen Lehrlinge stets Stockerlplätze.

Thema neue Mitarbeiter: Was sind für Sie als Unternehmer die wichtigsten Fragen im Bewerbungsgespräch?
- Was sind Ihre Ziele?
- Wie viel Zeit brauchen Sie für eine Neukreation?
- Wie binden Sie Innovationen in die Arbeit ein und wie leben Sie diese?

Auf welche Stärken setzen Sie bei Mitarbeitern?
- Fachkompetenz
- Auftreten
- Ausstrahlung
- Selbstsicherheit
- Kommunikationsfähigkeit

Was glauben Sie, werden die größten Herausforderungen für die Branche in den nächsten Jahren sein?
Es wird immer wichtiger werden, Tradition, Innovation und Kompetenz gut miteinander zu verbinden und mit hohem fachlichem Know-how zu bündeln. Jeder Einzelne wird verstärkt gefordert sein, aus sich und seinem Unternehmen eine Marke zu machen und die eigene Bühne bestens zu bespielen. Und hier denke ich, wird es wichtig sein, sich nicht zu sehr von der Industrie leiten zu lassen, sondern seiner Kundschaft bestmöglich ein breites Spektrum zu bieten.


April 2013


Interview: Katja Ottiger