Anzeige

13.05.2011

Niki Franz - Prioritäten setzen

Als Niki Franz 1998 den Salon seines Vaters am Volkstheater in 4.Generation übernahm, war er schon längst als Topakteur für Schwarzkopf tätig. Nach zehn Jahren im Seminarbereich der Schwarzköpfler und einem Abstecher zu Sebastian zog sich der Gewinner des Austrian Hairdressing Awards 2008 (Publikum) von dort zurück. Nach wie vor arbeitet er immer wieder als Stylist für diverse Printmedien (Madonna, Diva...).

Was ist dein Erfolgsrezept?
Die Freude an der Arbeit, das Schaffen. Und die klare Definition: wo liegt meine Zielgruppe, wen möchte ich stylen? Ich bin jetzt nicht der Typ, der extrem flippige Kundschaft anspricht.

Deine wichtigsten Stationen?
Meine Ausbildung bei Richard Raitz, die Arbeit im Geschäft meines Vaters. Viel gelernt hab ich, als ich 4 Jahre die Modeschauen der Studenten der Modeschule Hetzendorf frisiert habe und eine Pariser Svarovski-Modenschau. Und natürlich die freie Mitarbeit bei Schwarzkopf im Seminar- und Produktbereich.

Welcher Friseur hat dich inspiriert?
Vidal Sassoon, Toni& Guy, und gerade während der Zeit meiner Ausbildung war das vor allem Lluis Llongeras.

Was heißt Friseur sein für dich?
Menschen zum Positiven verändern zu können.

Dein wichtigstes Werkzeug?
Meine Hände.

Wie sieht dein üblicher Arbeitstag aus?
In der Früh das ganze Organisatorische machen und dann die Arbeit am Kunden bis am Abend.

Dein härtestes Training?
Das war das Training für den Marathon 1999/2000!
Obwohl ich auch mal beim Preisfrisieren teilgenommen habe. Nachdem ich mich einmal dafür entschieden hatte ließ mich mein Vater (Otto Franz, letzter Präsident des Club Marcel) auch nicht mehr aus. Ich hab dann schon ein bisschen geschimpft, weil ich damlas dafür so viel trainiert habe. Aber ich hab den ersten Platz gewonnen!

Du bist über zehn Jahre für Schwarzkopf und später für Sebastian auf der Bühne gestanden. Jetzt hast du dich aus dem Seminarbereich zurück gezogen. Was sind die Gründe?
In erster Linie bin ich Friseur und Salonunternehmer. Die Seminare sind Zubrot, Spaß und auch Hobby. Aber man ist nur wirklich gut im Seminarbereich, wenn eine Regelmäßigkeit vorhanden ist. Nach der Übernahme des Geschäftes, der Aufgabe als Salonunternehmer und der Gründung meiner Familie traten immer mehr Herausforderungen in mein Leben. Ich hatte ein schlechtes Gewissen gegenüber den Seminaranbietern und der Familie. Also habe ich Prioritäten gesetzt.

Wer schneidet dir die Haare?
Wer grad Zeit hat. Ich nehm mir dann ganz entspannt ein Magazin in die Hand und schau erst wieder auf, wenn ich fertig bin.

Wen möchtest Du gerne mal stylen und warum?
Auch wenn das vielleicht arrogant klingen mag, aber es gibt niemand speziellen, den ich stylen mag. Es ist viel reizvoller die „normale“ Kundschaft zu stylen, zu verändern.

Du hast 1998 den Salon von deinem Vater übernommen. Was war in der Entwicklung vom Stylisten zum Saloninhaber die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung war sicher die Mitarbeiterführung zu erlernen. Und dann natürlich die kaufmännische Seite.

2008 warst du Gewinner des Austrian Hairdressing Awards in der Kategorie Publikum. Wie hast du die aufwendigen Vorbereitungen mit deiner alltäglichen Arbeit im Salon koordinierst?
Das ganze Projekt haben wir relativ spontan gemacht. Wir haben uns gefragt: Machen wir mit? Ja! Unser erstes Modell hatte uns 6 Tage vorher abgesagt. 2 Tage vor der Abgabe fanden wir dann das neue Modell. Das habe ich in zwei Stunden gefärbt und geschnitten und dann haben wir regelrechte Freestylefotos gemacht. Für mich ist der Hairdressing Award eigentlich mehr ein Fotowettbewerb, bei dem vor allem auch die Fotografen ausgezeichnet gehören.

Was inspiriert dich?
Meine Ideen und Inspirationen hol ich mir hauptsächlich aus Zeitschriften.

Welche Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Weiterbildung bietest du deinen Mitarbeitern?Wo überlegen: was ist notwendig, wer braucht was? Wir arbeiten hier eng mit Schwarzkopf zusammen.
Und wir machen regelmäßig interne Trainingseinheiten.

Dein Tipp an junge Friseure?
Viel Herzblut und viel Zeit in die Arbeit investieren. Und bei der Ausbildung nicht an den Profit denken. Ich habe immer sehr viel an den Wochenenden in Studios gearbeitet, bei Fotoshootings und Seminaren assistiert.
Immer zuschauen, zuschauen, zuschauen!
 

 

Mai 2010


Interview: Katja Ottiger