Credit: Frank Hoermann / dpa picture alliance

27.07.2022

Von CT-Wert bis FFP2. Friseure reagieren auf das Quarantäne-Aus

Was ist der richtige Umgang mit der „neuen Freiheit“, die nach dem Aus der Quarantäneregelung das Leben in Österreich neu herausfordert? Wir haben Kolleg*innen gefragt, die Zugänge sind unterschiedlich ….

Das ►Aus der Quarantäne-Regelungen in Österreich ab 1. August wirft Fragen auf. Wie damit umgehen, fragen sich Salonbetreiber*innen? Zurück zur Maske für alle? Was ist mit vulnerablen Mitarbeiter*innen und Kund*innen?
 

Quarantäne Aus - Wie soll ich tun?

Das fragt sich Katharina Strassl und hat, kurz nach Bekanntwerden des offiziellen Quarantäne-Aus, an Gesundheitsminister Rauch geschrieben, um Antworten auf ihre brennende Fragen zu bekommen:

  1. Würden Sie sich gern von einer positiv getesteten Friseurin die Haare schneiden lassen?
  2. Wie stellen Sie sich vor, wie chronisch kranke Mitarbeiter freigestellt werden müssen?
  3. Wie soll das Arbeiten in Teams funktionieren, wenn infizierte Stylisten infizierten Kunden die Haare schneiden?
  4. Glauben Sie, dass es Kunden geben wird, die sich wissend gern von einem infizierten Stylisten die Haare machen lassen?

Die Antworten lassen auf sich warten, und das ist, was die Unternehmerin aus Wien derzeit noch tut: „Ich warte ab, welche praktischen Vorschläge von offizieller Seite kommen werden.“, so Katharina Strassl (Intercoiffeur Katharina Strassl Wien). „Und ich bin gespannt, was Michael Ludwig und Peter Hacker für Wien entscheiden werden. Ich bin ehrlich: Kommt die Maskenpflicht im Salon zurück, bin ich als Unternehmerin „fein raus“.

Und ich frage ganz offen: Was ist mit meiner Fürsorgepflicht als Unternehmerin? Ich setze meine Mitarbeiter bewusst einer Gefahr aus, die unter Umständen auch eine Long-Covid Erkrankung nach sich ziehen kann. Wie also soll ich tun? Ab nächster Woche sagen: Ich nehme nur noch getestete Kunden?“

Aktualisierung 28.07.2022:
Intercoiffeur Katharina Strassl gibt via Facebook bekannt, dass in den IKS Salons "auch in Zukunft keine Mitarbeiter arbeiten werden, die positiv auf COVID-19 getestet wurden. 
Auch wenn sie keine Symptome haben, sind wir uns einer möglichen Ansteckung bewusst und werden auch in Zukunft alles tun um Euch und uns zu schützen. Wir wollen, dass Ihr Euch auch weiterhin sicher und gut aufgehoben bei Euren Besuchen bei uns fühlt."

 

Ct-Wert als Richtschnur

Matthias Ruggenthaler (Salon Ego Wien)setzt auf Eigenverantwortung und den Ct-Wert.

„Ich würde von meinen positiv getesteten Mitarbeitern einen Ausdruck des Ct-Wertes erbitten und mich nach diesem richten: Alles was um die 30 ist, arbeitet mit FFP2 Maske; alles um die 20 bleibt bitte zu Hause. Das gleiche gilt natürlich auch, wenn man sich krank fühlt und Symptome hat. 

Vor Corona haben wir diejenigen, die mit einer eitrigen Angina, starkem Husten oder Grippesymptomen in den Salon kamen, auch höflich gebeten, an einem anderen Termin wiederzukommen. Ich setze auf die Eigenverantwortung und auf das Vertrauen unseren Kunden gegenüber, dass sie verantwortungsvoll handeln, denn wir müssen mit der Corona-Situation umgehen lernen.“

Erwägt er das Tragen der Masken im Salon? „Nein, eine Maskenpflicht setze ich in meinem Salon nicht mehr ein.

Comeback der Masken?

Anders sieht das Wolfgang Eder (Friseur Eder, Bundes- und Innungsmeister Salzburg).

Um einer Verunsicherung bei Kund*innen entgegenzuwirken, wenn nun vereinzelte Personen aus dem Team mit Maske im Salon stehen, möchte er mit seinen Mitarbeitern sprechen und auf ein einheitliches Tragen der Maskenpflicht im Salon umsteigen: "Ich kann nur sagen: So mach ich es! Wir alle haben zu wenige Mitarbeiter. Für mich ist es wichtig, die Team-Krankenstände so gering wie möglich zu halten."

Was ist euer Zugang? Schreibt uns: pr@imsalon.at

Hinweis:
Beim Wording „Kunden“ und „Mitarbeiter“ sind jeweils alle Geschlechter gemeint.