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Credit: fotolia #225481828 | Вячеслав Косько

04.11.2018

Die Chance: „Stuhlmieter“ als erste Selbstständigkeit

Work-Lifestyle selbst definieren - Selbstbestimmung ist möglich! Stellen Sie sich dafür folgende Fragen...

Es gibt Beautygemeinschaften, in die man sich einmieten kann. Was zu beachten ist und wie sie die ersten Schritte perfekt meistern, haben wir für Sie gesammelt.

Neue Work-Life Konzepte
Immer mehr talentierte Friseure streben nach neuen Möglichkeiten sich handwerklich und geistig weiterzubilden. Dies passt häufig nicht mit dem Angebot der 5Tage-Woche im Salon zusammen. 
Wenn Sie monatlich gerne ein paar Tage in einem Salon in Berlin arbeiten möchten und dann wieder in Wien/ München/ Salzburg zwischendurch bei Fotoshootings zum Einsatz kommen, dann mal wieder als Trainer für die Industrie im Einsatz sind und auf diversen Showbühnen stehen, dann könnte es von Vorteil sein einen Stuhl anzumieten, denn sie werden Herr/Frau Ihrer Zeit.
Oder wenn Sie gerne selbstständig wären, aber noch nicht so recht wagen einen Salon zu mieten und Mitarbeiter einzustellen, dann können Sie in der Softversion Stuhlmiete erste Erfahrungen sammeln, ohne zu große Risiken einzugehen.

Vorrausetzungen für den ersten Schritt
Sie lesen diesen Artikel, ein erster guter Schritt. Jedoch sollten Sie sich folgende Fragen stellen:Bin ich bereit dafür?
Sie werden selbstständig (also arbeiten für sich selbst und das ständig). Sie sind für die eigenen Einkünfte verantwortlich, sowie für Sozialversicherung, Steuer, Kunden, …Bin ich bereit fürs Risiko?
Haben Sie einen kleinen finanziellen Puffer, der Sie für ein paar Monate in Sicherheit wiegt?Gibt es Menschen in Ihrem Umfeld, die Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen?Habe ich einen treuen Kundenstamm, der wirklich nur bei mir bleiben möchte? Wie nehme ich diesen mit?
Bedenken Sie, dass Sie mit der Mitnahme Ihres Kundenstamms Ihrem jetzigen Arbeitgeber schaden, dies ist leider immer wieder ein heikles Thema. Sprechen Sie mit ihm, wie sie sauber vorgehen können und versperren Sie sich nicht den Weg zurück.Wer sind Sie und wie wollen Sie sich im Markt präsentieren? 

Nun sind Sie wieder ein Schritt weiter! 


Setzen Sie sich nun mit folgenden Aufgaben auseinander:Erstellen Ihres Profiles!
Definieren Sie Ihre Arbeitsphilosophie und Ihren Auftritt.
Wie wollen Sie als „Unternehmen“ wahrgenommen werden?
Werden Sie gefunden!
Erstellen Sie Visitenkarten, die Sie rechtzeitig aushändigen und machen Sie mit einem coolen Logo auf sich aufmerksam. Auch ein Webprofil ist schnell erstellt und muss nicht teuer sein… und sie werden gefunden. 
Überlegen Sie Werbemaßnahmen in eigener Sache.
Wählen Sie Ihre Wirkstätte weise!
Schauen Sie sich verschiedene Salons an und wegen Sie gut ab, wer, warum zu Ihnen passt.
- Passt der Salon zu Ihrer Philosophie?
- Fühlen Sie sich am Standort wohl? Werden sich Ihre Kunden wohl fühlen?
- Können Sie sich dort gut bewegen?
Kalkulieren Sie sorgfältig!
Erstellen Sie im Vorfeld Ihrer Einmietung einen sorgfältigen Plan mit allen möglichen Kosten. Seien Sie lieber etwas großzügig, um Eventualitäten die Stirn bieten zu können. Darin enthalten sollten sein:
- Miete & Betriebskosten (Wasser/ Strom)
- Sozialversicherung (Kranken-/Arbeislosen-/Rentenversicherung)
- Private Vorsorge (Krankengeld, etc.)
- Produktverbrauch
- Ausgaben für Marketing (Visitenkarten/ Werbemittel/ Webseite)
- Steuerberatung
- Telefon & sonstige administrative Ausgaben
- Steuern gemessen am zu erwartenden Umsatz
Planen Sie Ihren Gewinn!
Welche Einnahmen müssen Sie im Monat erreichen, um die kalkulierten Kosten zu decken, damit unterm Strich das übrig bleibt, was Sie sich wünschen.
ACHTUNG! Für Urlaub, Krankheitsfälle, Anschaffungen müssen Sie vorarbeiten und sich Geld zur Seite legen.

Verhandeln Sie sicher!
Diskutieren Sie mit Ihrem neuen Vermieter mögliche Szenarien und halten Sie wirklich alles schriftlich fest.
- Mietpreis und was darin inkludiert ist
- Betriebskostenschlüssel und Jahresendabrechnung 
- Produktnutzung (inkludiert/ individuelle Abrechnung/ eigene Produktversorgung)
- Mitarbeiternutzung im Salon (Bsp. Rezeption, Lehrlinge, Nageldesign)
- Umgang mit Laufkundschaft
- Öffnungszeiten/ Salonnutzungszeiten (eigener Schlüssel)
- Reinigung
- Kündigungsfristen
- eigene Kasse
- Präsentation Ihres Profils im Salon/ in der Auslage
- … was Ihnen am Herzen liegt
Nutzen Sie Unterstützung!
- Sie gehen in die Selbstständigkeit, d.h. Sie benötigen eine Meisterprüfung oder einen Befähigungsnachweiß
- Sie müssen ein Unternehmen anmelden.
Sie erhalten von der Wirtschaftskammer im Rahmen des ‚Gründerservice‘ sehr viel kostenlose und unverbindliche Unterstützung. Auch die SVA gibt Ihnen einen Überblick über die unterstützenden Leistungen und Sozialversicherungsbefreiungen in den ersten Jahren der Selbstständigkeit. 
Nutzen Sie das umfangreiche Angebot.

Und natürlich fragen Sie im Bekanntenkreis, reden Sie mit Friseuren, die hier bereits Erfahrungen gesammelt haben oder schreiben Sie uns.