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28.08.2019

Arbeitslose Friseure kosten über 5 Millionen € pro Monat

Der österreichische Staat gibt jeden Monat über 5 Millionen Euro für arbeitslose Friseure aus, während die Branche händeringend nach Mitarbeitern sucht. Wir werfen den Taschenrechner an...

Im letzten Jahr waren in Österreich 4.386 Friseure arbeitslos (Quelle: WKO, Stand: Dezember 2018). Das Arbeitslosengeld ist mindestens 823€, wenn man das kollektivvertraglich geregelte Friseur-Gehalt im ersten Jahr herannimmt (1.448€ brutto).

Wenn jeder arbeitslose Friseur zumindest die Mindestsicherung erhält, sind das etwas mehr, nämlich 885€. Das ergibt schon mal 3.881.610€.

Wenn alle noch 100€ Wohnbeihilfe bekommen, kommt man auf weitere 438.600€.

4.386 x Mindestsicherung = 3.881.610 €
4.386 x Wohnbeihilfe = 438.600 €
4.386 x Sozialversicherung = 1.096.500 €

ergibt 5.416.710 € pro Monat

Dazu kommt noch...

Zu diesen 4,3 Millionen Euro, an sich schon eine unglaubliche Summe, kommt die Sozialversicherung, unterdurchschnittlich gerechnet, also etwa 250€/ Monat.

Wenn daneben schwarz gearbeitet wird, geht auch Umsatzsteuer verloren. Wenn man rechnet, dass jeder arbeitlose Friseur nur einen einzigen Schnitt zu 15€ in der Woche nicht versteuert, sind das bereits 52.632€, die dem Staat an Umsatzsteuer entgehen würde.

Das sind dann insgesamt 5.469.342 € pro Monat, die Kosten für Betreuung durch das Arbeitsmarktservice und Befreiung von Rezeptgebühren und GIS, Übernahme von Energiekosten, Öffi-Ermässigungen, etc nicht miteingerechnet. Und mit den absoluten Minimalsätzen gerechnet.

Unser Fazit: Ein Teufelskreis

Es ist gut, dass das soziale Netz die Arbeitslosen auffängt - diese 5,5 Millionen Euro fallen kaum ins Gewicht, wenn man bedenkt, in was für unvorstellbaren Summen sich die Staatsausgaben bewegen. Für Normalsterbliche sorgen diese Zahlen aber zu Recht für Frustration:

Salonbesitzer sehen, wie Arbeitslose nicht zu Bewerbungsgesprächen kommen und wie Kollegen das System für Schwarzarbeit ausnutzen. Ein Friseur muss keinen einzigen Tag arbeitslos sein, denn Salons suchen verzweifelt Mitarbeiter. Gleichzeitig zahlen sie so geringe Gehälter, dass manche Arbeitslose lieber zuhause bleiben. Ein Teufelskreis.

Anfang des Jahres haben wir mit Innungsmeister Wolfgang Eder über diese Arbeitslosen gesprochen - lesen Sie hier weiter!