Credit: Anastasia Sedlick / privat

06.06.2019

Anastasia Sedlicks BBloom: Business mit den Augen eines Millennials

Anastaias Sedlick schafft sich mit BBloom ihre Start-up Buchungsplattform erfrischend neu und blickt mit dem Auge eines Millenials in Frauenköpfe...

Anastasia Sedlick hat in Athen, Madrid, Mailand, Istanbul, London und New York gelebt und Medien- und Kommunikationsmanagement studiert

Du bist eine der wenigen Frauen in dieser Männerdomain der IT, auch die großen Bookingplattformen wurden alle von Männern gestartet...
Anastasia Sedlick: Das typisch weibliche ist die Liebe zum Detail. Frauen sind tendenziell etwas emphatischer und haben eine andere emotionale Intelligenz als Männer – dies wende ich direkt bei meiner Zielgruppe an. Außerdem kann ich mich sehr gut in alle möglichen Charaktere versetzen, da ich an vielen Orten gelebt habe.

Was machst du anders?
AS: Ich bin prinzipiell kein Mensch der vorher alles totdenkt. Ich mache es einfach und schaue was passiert - und wenn es nicht klappt, dann probiere ich es auf einem anderen Weg nochmal.

Wie bist du dazu gekommen?
AS: Wir Millenials denken anders! Wir buchen und kaufen so gut wie alles online und greifen kaum noch zum Hörer. Wir wollen Vielfalt! Nur einen Service konnte ich nicht anständig online kaufen und diese Lücke versuche ich jetzt mit BBloom zu füllen!

Hast du andere Bookingplattformen genutzt?
AS: Klar! Opentable mehrmals wöchentlich, Deliveroo fast täglich, booking.com, sämtliche Flugbuchungs-Plattformen, airbnb,...

Wie oft gehst du zum Friseur?
AS: Zu oft! (lacht)

Wie finanziert sich so ein Start up?
AS:
Anfangs habe ich meine eigenen Mittel eingesetzt. Später dann habe ich meine Idee und den Businessplan bei Venture Capital Gesellschaften und Business Angels vorgestellt, bis ich ein Family Office gefunden habe. Das ist dann schon mit Klinken-Putzen und Stress verbunden.
Aber es hat gar nicht so lang gedauert. Das Argument, dass es ähnliche, erfolgreiche Modelle im anglo-amerikanischen Raum gibt und in DACH noch nicht, war sehr schnell nachvollziehbar. Das Family Office hat schon einige andere Startups zu Erfolg verholfen und hat ein interessantes Portfolio.

In welchen Ländern startest Du?
AS:
Deutschland und Teilen Spaniens, dann Österreich und der Schweiz, ganz schnell dann hoffentlich in anderen Ländern Europas.

Hast du mit vielen Friseuren im Vorfeld gesprochen?
AS:
Ja, mit Einigen. Aber nicht nur Friseuren, auch mit Stylisten, Make-up Artisten, Kosmetikern. Die meisten waren von meinem Ansatz positiv überrascht und haben den ein oder anderen Tipp mitgegeben, um die Plattform so komfortabel wie möglich zu gestalten.
Am interessantesten schien das Marketingtool. Selbst wenn man schon eine Online-Buchungsmöglichkeit hat, fehlt meistens die Kapazität für eine ausgepfeilte Marketingstrategie oder ausreichendes Online- Marketing.

Wo siehst Du die digitale Entwicklung beim Friseur? Was fehlt dir?
AS: Wieso nur beim Friseur? Die Beauty-Branche im Allgemeinen ist kaum digitalisiert, im Gegensatz zu anderen Branchen. Ich habe noch sehr viele Features und Ideen in petto. Da geht noch viel mehr!

Glaubst Du das Digitale kann den Gang zum Friseur ersetzen?
AS: Es gibt sicher mehr Freiheit, frei nach "zu Dir oder zu Mir". Wir werden damit einfach nur flexibler.