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29.10.2014

Was ist los bei Schwarzkopf Österreich?

Immer wieder brodelt die Gerüchteküche rund um Schwarzkopf Österreich: Ob verschobene Hairdressing Awards, Mitarbeiterfluktuation, Frau an der Spitze, Markenzuwachs oder ein etwas daneben geschriebener Beitrag in der Wienerin…

...wenn es was zum Tratschen gibt, ist die Branche gleich dabei und wenn es darum geht Verschwörungstheorien zu entwickeln erst recht. Und so hört man da bereits Unkenrufe à la „Schwarzkopf bereitet das Aus in der Friseurbranche vor“. Wir wollen wissen was los ist und baten Sonja Knautz zum exklusiven Interview.

Das Interview führte Raphaela Kirschnick

imSalon.at: Sonja, nach nur knapp einem Jahr im Amt gibt es einige Entwicklungen, die für Irritationen sorgen. Das SKP-Team ist zu gefühlten 95% neu, Urgesteine sind gegangen oder gegangen worden. Gibt es eine neue Strategie in die bestehende Mitarbeiter nicht mehr passten?
Sonja Knautz: Es ist korrekt, dass wir in den letzten Monaten viele Veränderungen im Team hatten. Das hatte unterschiedliche Ursachen. Wir haben zum einen Mitarbeiter verloren, die sich beruflich neu orientieren möchten, zum anderen welche, die aus familiären Gründen wegzogen und alleine vier, die sich nunmehr der erfreulichen Aufgabe der Babybetreuung widmen. Des Weiteren haben sich die Anforderungen an einige Positionen inhaltlich stark verändert, was zur Folge hatte, dass sich die bisherigen Stelleninhaber mit den neuen Anforderungen nicht mehr identifizieren konnten.
Natürlich bringt eine Veränderung der Führungsposition nach so langer Zeit auch eine Umbruchphase mit, die denjenigen, welche schon länger Veränderungsabsichten hegen, diese Entscheidung erleichtern. Das Team setzt sich nun aus langjährigen verdienten Mitarbeitern und neuen Kollegen und Kolleginnen zusammen, die sich perfekt ergänzen und neue, frische Ideen mitbringen.

im Salon.at: Die Hairdressing Awards wurden vom gelernten November Event aufs folgende Frühjahr verschoben, also 2014 gibt es keine Awards?
Sonja Knautz: Ja, es gibt keine Awards 2014, allerdings haben wir tatsächlich nur die Anmelde- und Einreichfristen verlängert und die Gala auf April 2015 verschoben. Die Gründe sind einfach: Eine Kür im Frühjahr bedeutet für die Gewinner, dass sie den Großteil des Jahres Hairdresser of the Year sind, und nicht wie früher nur zwei Monate, wo die Aktualität ab Jänner abgenommen hat. Zum anderen wäre der von uns für die Gala geplante Termin sehr knapp mit der AHI zusammen gefallen, was nicht optimal gewesen wäre. Und drittens: Wir haben die Zeit genutzt und auch gleich das Konzept der Gala überarbeitet. Es wird daher einige spannende Neuheiten geben – man darf also neugierig sein.

imSalon.at: Gerücht Nummer eins: Schwarzkopf muss sparen und streicht was es kann…
Sonja Knautz: Wir investieren sehr stark in den österreichischen Markt, bündeln in diesem Jahr nur unsere Kräfte anders. Unter anderem in zahlreiche Launches: BlondMe Relaunch, BC Relaunch, IGORA Royal Absolutes und Absolutes Age Blends und OSIS Glamination jetzt im Herbst, alle wurden mit Seminaren und Roadshows maßgeblich begleitet. Zudem etablieren wir gerade ein Lifestyle-Magazin, das von nun an zweimal jährlich erscheinen wird. Diese Liste an Initiativen und Aktivitäten ließe sich noch weiter fortsetzen.

imSalon.at: Gerücht Nummer zwei: Schwarzkopf hofft auf weniger Einsendungen aufgrund der Verwirrung und lässt die HDAs sterben, so wurde es angeblich in einigen Ostländern praktiziert.
Sonja Knautz: (lacht laut) Also das Gerücht habe ich noch nicht gehört. Ganz im Gegenteil – wir erhoffen uns durch die Verlängerung mehr Teilnehmer und haben auch von einigen schon bestätigt bekommen, dass sie nur aufgrund der Einreichfristverlängerung mitmachen konnten. Die Anmeldefrist endet mit 5.11. – Kurzentschlossene können ihre Chance also noch wahrnehmen. Die HDAs in den Ostländern, allen voran in Tschechien und Slowakei, erfreuen sich übrigens reger Beteiligung.

imSalon.at: Und dann kommen da all diese neuen Marken Sexy Hair, Alterna, Kenra! Wann dürfen wir hier Marktstrategien erwarten?
Sonja Knautz: Diese Marken wurden in erster Linie gekauft, um unser Geschäft in den USA zu stärken. Nun müssen zunächst die Kartellbehörden die Übernahme genehmigen und parallel wird an der künftigen Marktstrategie gearbeitet. Ich rechne damit, dass wir spätestens im zweiten Halbjahr 2015 diesbezüglich konkrete Aussagen treffen werden.

"Wir bedauern sehr, dass es zu den Irritationen gekommen ist"

imSalon.at: Die Aufforderung der Wienerin „Man sollte den Färbetermin beim Friseur absagen und es selbst machen“ als Aktion von Schwarzkopf hat so manchen Profi vor den Kopf gestoßen. Wie konnte das passieren?
Sonja Knautz: Für die kritischen Stimmen zu der Marketing-Aktion unserer Retail-Kollegen haben wir Verständnis und bedauern sehr, dass es zu den Irritationen gekommen ist.
Der angesprochene Artikel wurde von der Redaktion der „Wienerin“ verfasst und uns natürlich nicht vorher vorgelegt. Die betreffende Redakteurin war einige Monate davor zu einem Pressetermin nach Hamburg eingeladen, wo sie über die Neuheiten bei den Marken im Retailbereich ebenso wie über Fakten zum Thema Haare informiert wurde. Diese Informationen hat sie dann in ihren Artikel eingebaut. Wir haben mit der „Wienerin“ den Dialog gesucht, um dem Medium die Sicht und den Unmut der Friseurbranche zu vermitteln.

imSalon.at: Ihr habt jetzt einige Aktionen Pro Friseur nachgeschoben, gibt es darauf ähnliche Resonanz, sind die Gemüter beruhigt?
Sonja Knautz: Die Resonanz etwa auf die Kooperation mit der „Wienerin“`Den perfekten Look gibt’s nur beim Friseur` ist durchwegs positiv und uns ist es wichtig, die Professionalität und die Leistungen der Friseure auch bei der breiten Masse mit zu unterstützen. Wir werden diese Initiative in Zukunft weiter fortsetzen, denn ich glaube, unsere Friseurpartner und wir haben der Presse viele spannende Themen zu bieten.

imSalon.at: Und zu guter Letzt! Hast du das Gefühl als Frau stärker unter Beobachtung zu stehen als ein Mann?
Sonja Knautz: Ich hatte diesbezüglich in meiner bisherigen Karriere noch nie ein Problem – wir haben weibliche Führungskräfte in den Ländern Zentral- und Osteuropas seit vielen Jahren, aber auch in Frankreich und Deutschland. Auf dieses Thema werde ich erst angesprochen, seit ich die Leitung des österreichischen Schwarzkopf Professional-Teams übernommen habe. Dabei ist gerade in unserer Branche der Anteil der weiblichen Führungskräfte beziehungsweise der besonders kreativen Unternehmerinnen sehr hoch. Daher verstehe ich so eine Diskussion überhaupt nicht.

Ich messe mich an meiner Leistung – also daran, ob unsere Kunden zufrieden sind, ob wir gemeinsam mit unseren Partnern im Markt wachsen können und ob unsere Innovationen und Services gut angenommen werden. Wir haben einige Herausforderungen zu meistern – wie z.B. aktuell auch das Auftauchen von Professional-Produkten in Drogeriemärkten.
Mir macht es jedenfalls sehr viel Freude, gemeinsam mit meinem Team die Zukunft von Schwarzkopf Professional aktiv zu gestalten, mit unseren Kunden neue Ideen und Pläne erfolgreich umzusetzen.

Wir danken Sonja Knautz für das Gespräch!