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30.08.2016

Theresa Schirz will den HDA Pokal

Fakten

Seit ihrer Lehre bei Lepschi&Lepschi

Friseurin seit 2009

aus St.Martin im Mühlkreis | OÖ



imSalon: Frisuren von Lepschi&Lepschi findet man ja öfter in Magazinen - wie ist es, jetzt deine eigene Kreation gedruckt zu sehen?
Theresa Schirz: Als Alex (Anm. Alexander Lepschi) zu uns gekommen ist und gesagt hat, dass wir auf dem Cover sind, hab ich mich irrsinnig gefreut! Das gibt einem die Bestätigung, dass man das Richtige macht und es den Leuten gefällt. Ich freue mich auch total, dass Kerstins Bild drauf ist.

imSalon: Bei der Lepschi&Lepschi Règlage Kollektion habt ihr alle gemeinsam gearbeitet. Was war der Gedanke dahinter?
Ich denke, damit haben wir den Puls der Zeit getroffen. Ich kannte mein Modell schon und habe überlegt, was ihr passt, was aber auch bei lockigen Haaren funktionieren würde. "Electrical Hippie" ist sehr sexy, jung und frisch - mit den Pastelltönen ein wenig rockig und doch glamourös, britisch und eben auch hippie. Lepschi steht ja für Grafisches, aber jetzt darf es lockerer sein. Die neue Kollektion ist toll und kommt auch bei den Kunden gut an.
 

imSalon: Du stehst für das Lepschi Creative-Team auf der Bühne, gibst Seminare, shootest Kollektionen... Wo fühlst du dich Zuhause?
Ich geh' irrsinnig gern in die Arbeit und jeder Bereich hat seine Reize. Ich möchte auch den Salon nicht missen. Ich habe von allem ein bissl was, kann gemeinsam mit dem Team kreativ sein und das macht's spannend. Ich möchte mein Leben nicht anders haben.
 

"Eines Tages nehme ich auch so einen Pokal mit heim!"



imSalon: Du warst schon oft bei den Austrian Hairdressing Awards (AHDA) nominiert - machst du diesmal mit?
Ich mache in der Kategorie Avantgarde mit. Das ist sehr arbeitsintensiv, also mal schauen, ob ich für andere Kategorien auch noch Zeit finde. Alex ist da ein echtes Vorbild: Er hat schon so viele Pokale gewonnen und wenn ich ihm zielstrebig nacheifere, nehme ich eines Tages auch so einen Pokal mit heim!

imSalon: Apropos Alex Lepschi - steht man bei ihm immer ein wenig im Schatten?
Alex ist für mich nicht nur fachlich ein Vorbild, sondern auch menschlich. Er hält das ganze Team zusammen und möchte, dass wir auch etwas Cooles machen. Ich weiß auch, wie schweißtreibend er oft hinter der Bühne hackelt und gönne ihm daher allen Erfolg. Ich sehe ja, was er dafür tut und das ist für mich der Ansporn noch mehr Gas zu geben.
 

"Bei der Kunst gibt es keinen Rahmen"



imSalon: Wie stehst du zu Photoshop & Bildbearbeitung? Entsteht dadurch erst das Bild oder lenkt es von der Frisur ab?
Ich finde es spannend, wie ein Foto gemacht wird: Wie man mit Lichteffekten verschiedene Stimmungen erzeugt und welche Emotion allein die Pose erzählen kann. Ich stecke viele Stunden Arbeit und viele Nerven in so ein Avantgarde-Shooting und es spielen sehr viele Bereiche zusammen. Hätte ich das letzte mal nicht am See geshootet, hätte ich dieses mystische nicht erreicht. Wenn das ganze Set mega ist, ist das Gesamtwerk mega. Es arbeiten so viele Profis zusammen und da finde ich es nicht negativ, wenn ein Bild bearbeitet wird.
Ein Foto soll den Menschen schließlich fesseln können! Wir haben einen so kreativen Beruf und müssen uns nicht an strengen Linien festhalten - bei der Kunst gibt es keinen Rahmen!

imSalon: Wirst du trotz deines Erfolges manchmal mit einem Branchenimage konfrontiert?
Bei uns im Mühlviertel ist es schon schwieirg, weil es bei den Leuten immer noch diesen Schatten gibt: Du kannst nix - du verdienst so wenig. Das trifft einen schon, aber ich kann mir nichts Besseres vorstellen und wenn die Leute merken, wie glücklich man mit dem Beruf ist, hören sie eh auf so zu reden. Ich weiss ja, was dahinter steckt und wir sind motiviert diesen Schatten jeden Tag ein wenig kleiner zu machen.
 

"Als Friseurin muss man auch Selbstwert haben"



imSalon: Hat sich dieses Image in den letzten Jahren geändert?
Ich denke, die jungen Leute schätzen das immer mehr. Die sind sehr inspiriert von Instagram und Techniken im Internet. Letztens war ein junges Mädchen hier, die hat drei Monate gespart, damit sie zu uns kommen kann, weil sie das so gerne wollte.
Als Friseurin muss man auch Selbstwert haben - man hat schließlich ein Handwerk erlernt! Wenn man stolz darauf ist, strahlt man Positives aus. Ich bin zuversichtlich, dass das Image sich ändern wird und, dass die Leute anfangen, anders zu denken.

imSalon: Wenn du etwas in der Branche über Nacht ändern könntest - was wäre am nächsten Morgen anders?
Ich würde die Ausbildung standardisieren. Ich weiß, dass in vielen anderen Salons nicht so gut ausgebildet wird, wie bei uns. In meiner Lehrzeit hab ich 20, 30 Seminare im Jahr gemacht, das gibt einem eine gefestigte fachliche Basis. Und zwar nicht nur bei Lehrlingen - bei uns allen. Nach einem Seminar ist man wieder so bunt und frisch und kann die Kunden inspirieren. Man geht mit einer anderen Herzlichkeit an die Sache heran und das spüren die Kunden.

imSalon: Eine unserer Lieblingsfragen: Wolltest du immer schon Friseurin werden?
Ich hab bereits im Kindergarten Frisuren an mir selber und an meinen Freundinnen ausprobiert und war damals schon begeistert. Das war also immer klar.
 

"Man geht ja nicht nur zum Friseur, damit die Haare danach kürzer sind"



imSalon: Was ist das Schönste am Friseurberuf?
Die Vielseitigkeit und, dass einem nie fad wird. Und auch, dass ich meinen Kunden etwas Gutes tue: Als Friseur kannst du aus etwas Unscheinbarem einen echten Look machen und Selbstbewusstsein schaffen. Wenn die Haare passen, passt auch gleich vieles andere, man fühlt sich wohl und man wirkt anders. Man geht ja nicht nur zum Friseur, damit die Haare danach kürzer sind. Das ist eine große Verantwortung, aber wenn die Kundin dann mit einem Grinser rausgeht, dann denk ich mir: "Super - das ist es, warum ich das hier mache." Das klingt nach einer Kleinigkeit, aber das macht es aus.
 

"Im Team kann man mehr erreichen als alleine"



imSalon: Hast du jemals an einen eigenen Salon gedacht?
Früher habe ich schon mal davon geträumt, einen Salon zu haben - aber mittlerweile freue ich mich, Teil des Teams hier zu sein. In den letzten zehn Jahren ist das hier zu meiner zweiten Familie geworden. Ich habe hier große Ziele und kann tolle Kollektionen machen. Alex und das Geschäft haben einen guten Namen und gemeinsam kann man mehr erreichen und erfolgreicher sein.

imSalon: Zu guter Letzt, hast du ein Lebensmotto?
"Fleisch bringts" (lacht). Mein Freund sagte, ich soll das beim Interview nicht sagen, aber dahinter steh' ich einfach. Mein Papa ist Fleischhauer und wir haben zuhause einen Bauernhof, das macht mich aus und ich ess' einfach irrsinnig gern Fleisch.


Das Interview führte Katriina Janhunen

www.lepschi-lepschi.at

September 2016