23.10.2019

Roland Stieder denkt in Generationen

„Eine Firma, die in Generationen ihrer Partner denkt, ist schon etwas Einzigartiges“- und so kommt KEUNE als neue Marke in das Sortiment vom Profi Hair Shop. Mehr Neues rund um Roland Stieder…

Du warst lange New Flag (Olaplex, Maria Nila) Hauptdistributeur, was ist passiert?
RS: Ich war nicht Hauptdistributeur, sondern fast 3 Jahre lang Geschäftsführer der New Flag Austria GmbH. Ich habe die Marken der Firma New Flag sehr erfolgreich mit meinem Team im österreichischen Markt etabliert und das hat echt Spaß gemacht. Allerdings gab es im Laufe der Zeit zu viele Führungspersonen im Hauptquartier, die von der österreichischen Friseurbranche keine Ahnung hatten. Wenn man erfolgreich arbeitet und trotzdem immer häufiger kritisiert wird, dann ist es Zeit zu gehen und genau das habe ich gemacht. Ich hätte diesen Schritt schon viel früher machen sollen.

Aber die Marken hast du noch im Sortiment?
RS:
Ich habe fast alle Marken in meinem Sortiment und meine Kunden entscheiden zum Glück selbst, beim wem sie bestellen.

„Das klassische Großhandelsgeschäft hat sich völlig verändert…“



Roland du bist mit dem Profi Hair Shop in Österreich ein nicht wegzudenkender Großhändler. Ist das ein leichtes Geschäft?
RS:
Mittlerweile gibt es meinen Profi Hair Shop seit über 10 Jahren und das klassische Großhandelsgeschäft hat sich völlig verändert, wird immer schwieriger und unrentabler.

Woran liegt das?
RS: Die Deckungsbeiträge im Großhandel werden durch die vielen Anbieter aus dem Ausland (Hair Haus, Gieseke, All4Hair) immer geringer. Deshalb gibt es nur eine Möglichkeit: Weg vom klassischen Großhandel und Spezialisierung auf exklusive Marken und Produkte, die sonst niemand anbietet.

Bei der Haarmania hast Du KEUNE präsentiert, ist das die neue exklusive Marke?
RS:
Ja, genau! Ich bin auf Empfehlung eines Freundes und Brancheninsiders auf diese tolle Marke aus Holland aufmerksam geworden und bin völlig begeistert.

Warum hat diese Empfehlung deine Neugier geweckt?
RS:
Die Firma Keune gibt es seit 97 Jahren und ist das älteste Familien-Unternehmen weltweit in unserer Branche. Bei Keune steht die Menschlichkeit an oberster Stelle, ist sozusagen die DNA der Firma. Keune ist in 85 Ländern vertreten und die meisten Partnerfirmen vertreiben die Marke seit über 20 Jahren, sprich in der 2. Generation.

„Eine Firma, die in Generationen ihrer Partner denkt, ist schon etwas Einzigartiges.“
 

Ein Schlüsselerlebnis?
RS:
Als ich den 90jährigen Herrn Keune das erste Mal in Amsterdam traf, fragte er mich, wie alt mein Sohn sei. Als ich ihm sagte, er sei 16, fragte Herr Keune, ob er meine Distribution nicht mal von mir übernehmen möchte. Eine Firma, die in Generationen ihrer Partner denkt, ist schon etwas Einzigartiges. Das unterscheidet die Firma Keune von vielen anderen Firmen/Konzernen in unserer Branche, wo es nur noch um „Köpfe“ und Umsätze geht.

Du hast die Exklusivrechte für Österreich?
RS:
Ja, ich habe die Exklusivrechte für Österreich, werde versuchen die Marke aufzubauen und ich hoffe, dass mein Sohn einmal diese Exklusivrechte übernimmt, um Herrn Keunes Wunsch gerecht zu werden.

Wann hast Du denn vor, dich zur Ruhe zu setzen? Das klingt schon so konkret?
RS:
(lacht) Nein, ich mache noch sicher 10 Jahre , aber für die Familie Keune ist es wichtig und das macht sie so besonders für mich. 

Was waren deine Hauptauswahlkriterien?
RS: 1. Menschlichkeit , 2. Firmenphilosophie – Friseurexklusivität, think green, faire Preisgestaltung, 3. Produktqualität & Produktdesign

 

„Nur gute Produkte sind heute zu wenig…“

Ist der Markt reif für eine neue Marke? Ist es aktuell leichter oder schwieriger eine neue Marke zu etablieren?
RS:
Derzeit ist es ziemlich einfach, wenn die Marke ein tolles Gesamtkonzept bietet. Nur gute Produkte sind heute zu wenig, es muss alles passen, wie in  meinen Hauptauswahlkriterien bereits genannt.

„Immer mehr Friseurunternehmer möchten einen Partner, der sich zu 100% nur um sie kümmert…“

Von wem nimmst du denn weg?
RS:
Vor allem jenen großen Industriefirmen, die dem Friseur seit Jahrzehnten eine Philosophie predigen, aber selbst nicht leben. Viele Unternehmen in unserer Branche machen mit dem Friseur nur einen geringen Anteil ihres Gesamtumsatzes. Den Hauptumsatz machen diese Unternehmen mit dem Retailmarkt, also dem direkten Konkurrenzmarkt der Friseure. Immer mehr Friseurunternehmer möchten aber einen Partner, der sich zu 100% nur um sie kümmert, da bleiben nur wenige Firmen über und die profitieren zum Glück von dieser Entwicklung.

Du hast in den vergangenen Jahrzehnten schon viel in der Branche erlebt, was beunruhigt dich am meisten?
RS:
Mich beunruhigt am meisten, dass immer weniger junge Menschen den Beruf Friseur wählen und mittlerweile fast alle Friseursalons gute Mitarbeiter vergeblich suchen. Leider ist auch keine Besserung in Sicht. Unsere Branche steht hier nicht alleine da, auch im Gastgewerbe oder anderen handwerklichen Berufen fehlen Fachkräfte.

Ebenso sind die Internetsituation und die daraus resultierenden Graumärkte sehr gefährlich! Wobei hier einige Firmen selbst schuld an dieser Entwicklung sind. Wenn man dubiose Onlineshops mit Rabatten überhäuft, nur um seine eigenen Konzernvorgaben zu erreichen, dann darf man sich nicht wundern, dass die Preise auch für sogenannte Luxusmarken am Boden sind. Diese Konzernpolitik macht mir auch Angst!

„Mein Topseller ist ein Kosmetikprodukt…“

Was ist eigentlich dein Topseller?
RS:
Seit vielen Jahren ist mein Topseller ein Kosmetikprodukt, und zwar das Original ‚hairplus-facevolution Wimpernserum‘. Lange eigene Wimpern in wenigen Wochen ist der Wunsch vieler Frauen und hairplus hat mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad in Österreich und gehört zu den allerbesten Produkten am Markt.

Wie macht sich bei dir der Trend zu Nachhaltigkeit/ vegan und bio bemerkbar? Ist es überhaupt spürbar?
RS:
Ich vertreibe seit vielen Jahren vegane Marken und nachhaltige Produkte und meine neue Marke Keune passt hier perfekt zu meiner Ideologie.
Der Trend ist deutlich spürbar und es muss auch so sein, denn wir brauchen keine Greta um zu wissen, dass ein rasches Umdenken von uns allen notwendig ist.

„So wurden mittlerweile über 1,5 Mio Euro an Spenden erspielt…“

Spielst Du eigentlich noch immer Charity-Fussball?
RS:
Ja, mit Begeisterung! Seit vielen Jahren schon spiele ich für den Club Niederösterreich Fußball und der Reinerlös geht direkt an bedürftige oder kranke Menschen, die weniger Glück hatten im Leben. Viele ehemalige Teamspieler wie Toni Pfeffer, Frankie Schinkels oder Felix Gasselich spielen hier mit mir. So wurden mittlerweile über 1,5 Mio Euro an Spenden „erspielt“.

Keune Österreich unterstützt dieses Projekt noch zusätzlich, in dem wir 10 Cent pro verkaufter Farbtube direkt an den Club Niederösterreich spenden. Das macht wirklich Freude und jeder Friseur, der mit unserer Farbe arbeitet, unterstützt zukünftig dieses Projekt.

Roland, vielen Dank für dieses Gespräch, viel Erfolg mit der Marke KEUNE und bleib weiter fit fürs Fussballspielen.
 

Fakten zu Roland Stieder:
1994 - 1999 Goldwell Außendienst
1999 - 2001 Paul Mitchell Vertrieb Ost-Ö
2001 - 2009 L’Oreal Professionell Directeur Grossiste
2009 Gründung profi hair shop (PHS), selbstständig
2015 – 2018 Geschäftsführer New Flag Austria GmbH