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02.05.2011

Marco Inmann - Immer wieder London

Der Linzer Trendexperte ist Friseur in 4.Generation. Schon in seiner Lehrzeit zog es ihn immer wieder nach London (Sassoon, Tony&Guy...) und bereits mit 15 Jahren stand er für Schwarzkopf erstmals auf der Bühne (Young Style Produktpräsentation). Er ist nach wie vor Mitglied im @work-Team und an der Entstehung der "Essential Looks" mitverantwortlich. Er unterstützt mit seinem Know How das Intercoiffure Modeteam und Fotoproduktionen internationaler Printmedien. Im Herbst eröffnet er eigenes Schulungszentrum in Linz, wo Trends und Techniken auf höchstem internationeln Niveau präsentiert werden. [b]Fakten:[/b] 1 Salon | 26 Mitarbeiter, davon 8 Lehrlinge Eigene Kollektionen: H01 - H06 Zahlreiche Fotoproduktionen für Passion, Vogue, Elle, Wienerin, Woman

Du bist in Sachen Trends und Lifestyle immer am Puls der Zeit, entwickelst eigene Kollektionen und bist als Akteur im @work-Team bei Schwarzkopf Professional ein wichtiger Kommunikator Neuester Trends. Was inspiriert dich?
Generell inspirieren mich Städtereisen, vor allem London oder in Italien, internationale Fashionshows genauso, wie das tägliches Leben auf der Straße.

Seit 2007 bist du für die Frisuren der Modelle von Missoni, Liz Hurley und Jimmy Choo & Co. bei der legendären Amber Lounge Fashionshow in Monaco, bzw. seit 2010 auch in Singapure, verantwortlich. Ein toller Image-Gewinn! Was ist dein Erfolgsrezept?
Immer gut vorbereitet und gut organisiert zu sein und ein sehr gutes Netzwerk zu haben! Wenn wir, beispielsweise bei der Amber Lounge, 80 Modelle in gut 6 Stunden zu frisieren haben dann muss jeder Handgriff gut geprobt sein.
Mein Motto: "Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden." (Oskar Wilde)

Welches Land/welche Stadt hat dich am meisten beeinflusst?
Immer wieder London! Schon während meiner Lehrzeit war ich regelmäßig da. Mein Vater hat viel Geld investiert, damit ich die beste Ausbildung bekomme.

Mit welchem Friseur in welchem Salon würdest du gerne mal einen Tag lang arbeiten?
Mit Tayler Johnson, Tim Hartley und Anthony Mascolo, am Liebsten in meinem Salon.

Dein härtestes Training?
Die Lehrzeit bei meinem Vater.

Was gibst du StylistInnen mit auf den Weg, die sich für eine Karriere als TopakteurIn interessieren?
Die Basis muss man unbedingt beherrschen und trainieren! Nur dann man sich einer solchen Karriere entsprechend etablieren.

Woran könnte es liegen, dass wir auf den Workshop- und Showbühnen kaum weibliche Topakteurinnen zu sehen bekommen?
Ich weiß nicht so recht, woran das liegen könnte. Bei mir im Salon gibt es 3 Frauen, die auch auf der Bühne arbeiten. Ich könnte mir vorstellen, dass es für Frauen schwieriger ist, z.B. mit ins Ausland zu fahren, wenn Kinder da sind, die ganze Zeiteinteilung wird dann schwieriger.

Friseur Inmann – das ist ein Friseurbetrieb mit langer oberösterreichischer Tradition: Bereits in 4.Generation werden hier Maßstäbe am Kopf gesetzt. Wie setzt du die neuesten Trends und Techniken im eigenen Salon bei deinen Mitarbeitern um?
Jeder unserer Mitarbeiter hat eine Trend- und Ausbildungsverantwortung. Ein Mitarbeiter sollte ein eigenes Konzept haben und wissen, dass er sich weiterbilden muss. Wenn man bei uns im Salon arbeitet, bildet man sich automatisch um, nimmt Techniken der anderen Stylisten an: z.B. gibt es bei uns kein Rundbürstenföhnen. In unserem geplanten Kreativzentrum werden wir intern Trendschulungen für unsere Mitarbeiter, aber auch für andere Salonunternehmer und deren Teams, anbieten.

Welches Konzept steht hinter dem Kreativzentrum?
Das Kreativzentrum soll ein zweiter Salon sein, in dem ausschließlich Schulungen für unsere eigenen Mitarbeiter, aber eben auch für andere Salons, in kleinem Rahmen für max. 25 Leute, angeboten werden. Unser Ziel dort ist es Schulungen auch während der Arbeitszeit anbieten zu können, bzw. bei Sonntagsschulungen den Mitarbeitern dafür einen Tag frei zu geben.
Für exklusive Seminare auf hohem Level (für ca.10 Pers.) werden wir auch sogenannte „Stars“ buchen und in kleiner „Jazz Club“-Atmosphäre Trends und Techniken präsentieren.

Seit einigen Jahren bist du auch Mitglied der Intercoiffure Mondial. Warum ist es dir wichtig bei solch einer Organisation dabei zu sein und welche Vorteile hat es für die Mitarbeiter?
Mein Vater war bereits bei den Intercoiffeuren. Da hab ich als Kind schon immer die Veranstaltungen mitbekommen. Vor einigen Jahren, als die Intercoiffure sich sozusagen verjüngt haben und auch mit Peter Pfister als Präsidenten, bin ich selbst Mitglied bei der Elite geworden. Da ich zu 100% Schwarzkopf bin, hab ich dort die Möglichkeit auch andere Leute zu treffen, mir Tipps holen und die Vorteile, z.B. den internationalen Austausch der Friseure und Salonkinder, auch für mich und unseren Salon nutzen zu können.

Was würdest du am österreichischen Friseurmarkt gerne nachhaltig verändern?
Die Basisausbildung muss verstärkt werden. In der Schule braucht es mehr intensives, fachliches Training und somit auch andere Prüfungsauflagen. Und die Löhne für Mitarbeiter sollten erhöht werden.

Wie zahlst du deine Mitarbeiter?
Ich zahle meine Mitarbeiter nach Kollektivvertrag, aber mit hohem Provisionsanteil.

 


Mai 2011


Interview: Katja Ottiger