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23.09.2014

le friseur: Salon freier Friseure

le friseur ist ein Plädoyer an die eigene Freiheit, den eigenen Stil, die eigene Persönlichkeit. le friseur, das sind in erster Linie Claudia Saatzer und Georg Schützenauer, die mit ihren freien Friseuren in Wien auf stolzen 230 m2 Hairdesign mit Lebensqualität verbinden. Stilvoll, sympathisch, nachhaltig.

Kennen gelernt haben sie sich bei Intercoiffeur Werner Pranz und später mit dem gleich gesinnten Thomas Mayer wie die "drei Musketiere" auf den Weg gemacht, um fortan in der gemeinsamen "hairlounge 76" zu werken. Nach dem Tod ihres Freundes kam die Neuorientierung und "le friseur".
Claudia Saatzer absolvierte ihre "klassische Friseurlehre" bei 3 verschiedenen Lehrherren in Wien und blieb nach etlichen Jobstationen innerhalb ihrer Heimatstadt 11 Jahre bei Werner Pranz.
Georg Schützenauer ist Friseur in 4. Generation. Der ehemalige BWL-Student sah im Handwerk erst einmal den "sicheren Hafen", stieg als Quereinsteiger ein und blieb. Er sammelte Trainer-Erfahrungen bei L’Oréal Professionnel und danach bei Werner Pranz.
 

Fakten

Friseurunternehmer seit 2009

6 Freie Friseure

regelmäßige Kollektionen




imSalon.at: Was bedeutet: „Salon freier Friseure“?
Georg:
Der Grundgedanke war im Prinzip der, dass viele Friseure in Salons arbeiten, die nach altbewerten Strukturen funktionieren - Lehrlinge, Stylisten, SalonChefs - dieses System aber nicht jeden anspricht. Es ist ja auch so, dass Friseure nicht mehr ausschließlich in ein und demselben Salon bleiben, sondern gern auch wechseln.
Wir bieten solchen Friseuren ein Miteinander auf Augenhöhe. Hier können Sie ihre eigene Persönlichkeit einbringen, ihren individuellen Stil und Geschmack. Sie können in Eigenverantwortung arbeiten, mit ihren Arbeitsweisen und –techniken. Das macht den Unterschied.
Claudia: Davon profitieren wir alle. Es bereichert uns, dass nicht jeder nach der gleichen Methode arbeitet. Wir ergänzen uns, lernen voneinander. Die Qualität ist wichtig, der Spaß an der Arbeit und das Menschliche müssen passen! Wer dabei ist, sollte für den Beruf brennen.

imSalon.at: Sind die freien Friseure bei euch angestellt?
Georg:
Ja.

imSalon.at: Das klingt sehr liberal. Wie geht ihr damit um, wenn eure Mitarbeiter den Salon wechseln wollen?
Claudia:
Wir sind nicht starr, wenn jemand flügge wird, sich neu orientiert oder sich selbstständig machen möchte. Das darf man nicht bremsen. In anderen Branchen ist es üblich, dass die Leute regelmäßig wechseln. Wenn alles menschlich abläuft, sollte man nicht nachhaltig böse sein. Aber Ziel ist natürlich schon, die Mitarbeiter zu halten!
 

"Es bereichert uns, dass nicht jeder nach der gleichen Methode arbeitet."



imSalon.at: Ihr habt klassische Öffnungszeiten, arbeitet derzeit mit 6 freien Friseuren. Wie frei können die ihre Arbeitszeiten festlegen?
Georg:
Sie haben ihre festgelegte Stundenzahl, nach der sie innerhalb der Öffnungszeiten arbeiten. Wenn jemand aber einen Kunden hat, der immer nur spät abends kann, dann bleibt er eben mal länger und kommt am Morgen später. Wir möchten allerdings schon, dass die Mitarbeiter konstant da sind.

imSalon.at: Verwenden alle dieselben Produkte?
Georg:
Ja, das schon. Alles andere wäre schwierig. Wir setzen uns aber regelmäßig zusammen, analysieren die Produkte gemeinsam, besprechen was es Neues gibt, was uns taugt, welches Produkt uns weniger passt.

imSalon.at: Wie gestaltet ihr Weiterbildung?
Claudia:
Wir sind darauf gekommen, dass Salonschulungen uns sehr viel bringen. Zum einen mit Trainern, zum anderen miteinander, dass wir uns gegenseitig Techniken zeigen und Ideen vermitteln. 1-2 mal im Jahr machen wir Mitarbeitergespräche und schauen, wo will derjenige hin und was braucht er dafür?
Georg: Dazu gehören natürlich auch Messebesuche, wie die Salon International oder in diesem Jahr die Austria Hair International.

imSalon.at: „Le friseur“ - Nicht nur im Namen, auch in euren Werbemitteln spielt ihr gern mit der französischen Sprache. Habt ihr einen Bezug zu Frankreich oder ist es ein Stilmittel?
Georg:
Wir sind Frankreichaffin und ja, es ist ein unaufdringliches Stilmittel, auf uns als Friseure, als Coiffeure, aufmerksam zu machen.

imSalon.at: Euer Beginn als Salonunternehmer war die „hair lounge 76“, direkt in den Räumlichkeiten von Petritsch Professional. Heut seit ihr direkt gegenüber und arbeitet nach wie vor mit diesen Produkten. Wie arbeitet es sich mit einer kleinen Marke?
Unisono:
Gut.
Georg: Ähnlich wie mit einer großen Marke, nur exklusiver. Persönliche Beratung und Betreuung machen die „großen“ genauso gut wie die „kleinen“.
Claudia: Wenn ich von den Kunden höre „Hm, das riecht so gut! Was ist das?“, dann geht das nicht an einem vorbei und ich glaub schon, dass der Gedanke der österreichischen Marke da hilfreich ist. Auch, dass die Produkte ohne Duft- und Farbstoffe sind, ist immer wieder Thema, so wie Nachhaltigkeit überhaupt.
Georg: Petritsch Professional ist Exklusivität mit gutem Preis-Leistungsverhältnis und übersichtlicher Produktpalette. Das hat nicht jeder und genau das ist fein. (schmunzelt:) Deshalb passt es so gut zu uns.

imSalon.at: Eigentlich könntet ihr ja regelmäßig Feedback zu den Produkten geben – einfach über die Straße gehen und bei Petritsch anläuten. Macht ihr das?
Claudia:
Ja, so ähnlich machen wir das wirklich. Wir testen die Produkte und füllen Fragebögen aus, die dann ausgewertet werden. Das macht schon Spaß, zu schauen, was es Neues gibt, die Produkte zuerst probieren zu können.
imSalon.at: Ihr hattet anfangs das Modell Stuhlmiete konzeptioniert, euch später für die freien Friseure entschieden. Kann Stuhlmiete funktionieren?
Georg:
Möglicherweise. Wenn man einen neutralen Salon hätte, mit ausschließlich Stuhlmietern. Dann vielleicht. Dafür bräuchte man allerdings ein, zwei Leute, die das alles organisieren und managen. Und ein großes finanzielles Polster, um die Anschaffungen, wie das Grundsortiment an Produkten und die Einrichtung ect. zu finanzieren.
 

"Es ist anfangs schon die Frage, wie viel Geld investiert man, aber Hand und Fuß sollte es schon haben."



imSalon.at: Euer Salon ist extrem großzügig, ihr gönnt euch über 230 m2, alles ist hell, ausgestattet mit hochwertigen Einrichtungsgegenständen. Das ist auch finanziell großzügig.
Georg:
Es ist anfangs schon die Frage, wie viel Geld investiert man, aber Hand und Fuß sollte es schon haben. Die Arbeitsplätze sind maßgefertigt und mit alten Möbeln und neu designten Stücken kombiniert, der Holzfußboden heimische Eiche. Hier waren uns hochwertige Materialien und Nachhaltigkeit wichtig. Zum Teil stammen die älteren Sachen von den Großeltern.
Bei der Gestaltung haben wir uns von Architekturzeitschriften inspirieren lassen und gesehen, was sein muss und was nicht sein darf.
Claudia: Unsere Ideen haben wir dann mit unserer Architektin besprochen, und Skizzen zeichnen und umsetzen lassen. Wichtig ist uns, dass unsere Mitarbeiter und wir uns hier wohl fühlen, schließlich sind wir den ganzen Tag da. Und fühlen wir uns wohl, fühlt sich der Kunde wohl.

imSalon.at: Wie wichtig ist eine starke Internetpräsenz, auch bei der Mitarbeitersuche?
Georg:
Klassische Antwort: Mittlerweile signifikant. Das braucht man nicht zu diskutieren.
 

"Für mich ist Zuhören wichtiger als Fragen stellen"



imSalon.at: Die wichtigsten Fragen im Bewerbungsgespräch?
Claudia:
Für mich ist im Bewerbungsgespräch das Zuhören wichtiger als das Fragen stellen. Wir präsentieren uns selbst kurz und lassen dann den Bewerber sprechen. Man hört im gemeinsamen Gespräch, ob derjenige dazu passt.

imSalon.at: Abschließend, seht ihr ein Imageproblem?
Georg:
Nein, sehen wir nicht. Es liegt an einem selbst, wie man auftritt und was man damit vermittelt.

Das Interview führte Katja Ottiger

Oktober 2014