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17.05.2011

Gerhard Mayer: ruheloser Visionär

In seinem 51. Berufsjahr kann Gerhard Mayer auf eine beachtliche Karriere zurück blicken. Die Liste seiner Auszeichnungen und Ehrungen ist lang. Die gleichbleibende Qualiltät seines Unternehmens, sein unbändiger Ideenreichtum und der Mut zur Umsetzung dieser hat ihm Erfolg und Anerkennung eingebracht. Mit Frau Gudrun und Sohn Andreas an seiner Seite führt er das Grazer Familienunternehmen Mayer mit bewährtem Erfolg. - Fakten: 95 Mitarbeiter | 6 Filialen - Ehrungen: Österreichischer Meister, Oskar der Friseure, World Champion, als Einziger zweimal den Global Salon Business Award, Großes Ehrenzeichen des Landes Steiermark, Ritterorden „Orde de la Chevalerie“, Personality of the Year Award der Intercoiffure Mondial

Sie haben in den letzten 50 Jahren eine beispiellose Karriere hingelegt. Wer stärkt Ihnen den Rücken?
Die Familie: Meine Frau und mein Sohn. Meine Frau erledigt die Basis (Steuern, ect.), sie ist eben eine Schwäbin! Mein Sohn ist der Kreative und in allen Belangen technisch versiert, er hält uns immer auf dem neuesten Stand. Aber egal, was man schafft, man muss immer am Kunden gut sein, denn der Kunde entscheidet über den Erfolg!, Mit den ganzen Preisen verdient man kein Geld, das ist alles hauptsächlich für´s eigene Ego.

Welches sind die Stärken Ihres Unternehmens Mayer-Intercoiffure?
Sich selbst permanent das Ziel zu setzen an der Spitze sein zu wollen. Wir sind auch nach all den Jahren ein absolut starkes, präsentes und erfolgreiches Familienunternehmen.

5 Begriffe die Ihre Unternehmensphilosophie beschreiben!
Anhaltender Erfolg, konstante Spitzenleistungen, der Beruf ist mein Leben, Kreativität, Ausdauer

Was bedeutet ihnen Ihr Engagement als Vizepräsident für die Intercoiffeure und welchen Vorteile hat das für Ihre Lehrlinge und Mitarbeiter?
Mein Engagement steigert das Wertegefühl der Mitarbeiter. Das wirkt sich auf die Kommunikation im Salon aus. Beispielsweise unser Lehrling Mario Bertalanitsch hat bereits zum zweiten Mal den Young Generation Award gewonnen. Neulich erst waren wir mit 12 unserer Mitarbeiter in Paris, einmal im Jahr sind wir dort auf zwei Veranstaltungen. Paris und die Intercoiffure - das ist beruflich gesehen ein Mehrwert-Gefühl für die Mitarbeiter.

Ihre ersten Erfolge waren die des Preisfrisierens. Wie motivieren und unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter und Lehrlinge an Wettbewerben teilzunehmen?
Leider ist es sehr schwierig die jungen Leute für solche Dinge zu motivieren. Da kommt dann ein wenig „Null Bock“ durch und „warum soll ich, muss ja nicht“. Die Mitarbeiter wollen eben meistens nicht. Ein häufiger Kommentar: Wir haben doch schon einen tollen Namen“. Meine Antwort: „Nein, ich hab einen tollen Namen!“

Shows in Paris, Mailand, Rom..Was haben Sie von Ihrer Arbeit im Ausland mitgenommen?
Vor 30 Jahren waren das Sassoon-Schnitte aus London, vor 20 Jahren das Effilieren von Toni&Guy und in den vergangenen 10 Jahren die Präsentationen der Intercoiffure in Paris mit ihren Kollektionen und auch den wirtschaftlichen Beiträgen, dank Klaus Peter Ochs. Das waren alles Inspirationen, die man einfach im Salon umsetzen konnte.

Sie gründeten bereits vor 30 Jahren den ersten Nichtrauchersalon und legten mit: „Wir schneiden - du fönst“ den Grundstein für das Service „Cut and go“. Radikale Ideen lange vor ihrer Zeit, war es leicht?
Beim ersten Nichtrauchersalon dachten alle ich wäre verrückt und wurde abgestraft, denn die Kunden blieben aus. Ich habe dann damit wieder aufgehört, das war einfach 20 Jahre zu früh.

Wie gelingt es Ihnen Familie und Mitarbeiter für Ihre Ideen zu begeistern?
Wir haben ein gesunden Disput. Dennoch muss ich immer wieder gestoppt werden, z.B. hat mir meine Frau ein Geschäftssprechverbot auferlegt, wenn unser Sohn sonntags zum Essen kommt.

Ihr wichtigster Tipp für die Mitarbeitermotivation?
Gutes Vorbild sein.

Was imponiert Ihnen an Friseuren?
Dass sich bei Ihnen ein Kunde mit relativ wenig Geld ein vollständig neues Selbstwertgefühl kaufen kann.

Wichtige Eigenschaften potentieller Bewerber?
Ich schaue in die Augen und muss ein Feuer erkennen… Esprit, den Wille zum Erfolg.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten bieten Sie Ihren Mitarbeitern?
Vom Lehrling zum Partner.

Nach welchem Schema entlohnen sie Ihre Mitarbeiter?
Lohn wird nach Leistung bezahlt (Dienstleistung und Verkauf).

Sie bilden seit vielen Jahren Lehrlinge aus. Wie zufrieden sind Sie mit den Jugendlichen, die sich für einen Job in unserer Branche entscheiden?
Wir haben Glück: bei jährlich etwa 50 Bewerbungen können wir uns die Besten heraus suchen.

Gibt es rückblickend auf Ihre aufregende Karriere etwas, das Sie heute anders machen würden? Ich sollte vielleicht nicht alles Neue immer so spontan umsetzen. Hin und wieder bin ich eben auch schon mal gescheitert (z.B. Nichtrauchersalon, Waschliege). Ich bin manchmal einfach zu schnell. Aber mittlerweile bremsen mich meine Frau und mein Sohn ein.

Die Weltwirtschaftskrise ist in aller Munde. Wie sehen sie die Probleme?
Eine Krise ist immer auch eine Chance: Wir sind Unternehmer, nicht Unterlasser!

Was hat sich in den letzten Jahren verändert?
Es geht nach wie vor um die Verschönerung der Frau, aber natürlich hat sich immer wieder der Look verändert. Das Marketing im Salon ist anders geworden und auch die Arbeit am Kunden: die Technik ist schwerer geworden, viel feiner.

Ihre Pläne und Wünsche für die nahe Zukunft?
Ich mag noch unbedingt 2 Jahre arbeiten, dann haben wir volle 40 Jahre in Graz und gehören immer noch zur Top3! Das möchte ich aktiv miterleben! Noch heute sage ich im Salon:“ Wir müssen noch immer besser werden.“ Auch im 51.Dienstjahr gehen mir immer noch neue Ideen durch den Kopf, die ich umsetzen möchte. Zur Zeit ist es der Haarschnitt, der Nena 10 Jahre verjüngt hat. Oder einen asiatischen Verwöhnwaschraum eröffnen, und eine professionelle Visagistin in jedem Salon.



März 2010


Interview: Katja Ottiger