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31.05.2013

Branchenleaderin Doris Schneider

Engagement ist kein leeres Wort für sie. Doris Schneider ist im wortwörtlichen Sinne aktiv: als Unternehmerin und Friseurin, in der Innung und im Bundesinnnungsausschuss, in der Lehrlingsausbildung und -förderung und letztlich auch als fachmännische Laienrichterin für das Gericht Graz. [i]Fakten:[/i] 1 Salon in Gleisdorf Unternehmerin seit 1985 | 6 Mitarbeiter | 3 Lehrlinge Innungsmitglied seit 1995 [i]Funktionen: [/i]Innungsmeisterstellvertreterin, Lehrlingswart, Lehrabschluss- und Meisterprüfungsvorsitzende, nominierte fachmännische Laienrichterin, Mitglied des Bundesinnungsausschusses der Friseure

Wer Sie kennt, weiß, dass Sie regelmäßig auf Lehrlingsveranstaltungen anzutreffen sind und sich generell für Branchennachwuchs, -zuwachs, -interessen einsetzen. Woher diese Leidenschaft?
Ich habe selbst in meiner Jugend bei Lehrlingsbewerben mitgemacht – und 35 Jahre Selbständig sein sind für mich eine ständige Herausforderung und Freude.

Sie bilden seit vielen Jahren Lehrlinge aus, treten mit ihnen regelmäßig bei den LLW´s an. Wie motivieren Sie die Jüngsten im Team dafür?
Ich versuche Vergnügen und auch Stolz zu vermitteln, dass mit viel Engagement, Kreativität und persönlichem Einsatz jene, die bei Preisfrisieren mitmachen, entsprechend forciert und gefördert werden – auch sage ich, bessere Friseure werden die, die trotz zum Teil aufwendigem Freizeiteinsatz, mit viel Liebe und Freude ihren Beruf repräsentieren. Als Chefin – bin ich mit „Leib und Seele“ dabei – und übe Vorbildfunktion aus.

Wie binden Sie die aufwendigen Trainingszeiten in den Salonalltag ein?
2 x wöchentliches Training im Salon und vor Wettbewerben intensiver Einsatz im Team, d.h. nach Absprache mit Eltern und Lehrling, denn nur gemeinsam sind wir stark.

Welche Vorteile bringt das Preisfrisieren Ihrem Unternehmen?
Durch ständiges Trainieren wird Können gesteigert, Vertrauen der Kunden gewonnen, die Stylisten sind bei der praktischen Arbeit am Kunden eher einsetzbar – das Gemeinsame im Salon spürbar gemacht und damit schließt sich der Kreis meiner Salonphilosophie

Es gibt immer wieder branchenintern Kritik am Preisfrisieren mit seinen Richtlinien, die nicht widerspiegeln würden, was eigentlich Trend ist und an dem Image, das mit so mancher Preisfrisur über die Medien auch an die Konsumenten weiter getragen wird. Was sagen Sie solchen Kritikern?
Hierzu gibt es verschiedene Ansichten und Meinungen. Preisfrisieren ist sowohl Geld- als auch zeitaufwendig. Man sollte jedoch Kriterien und Richtlinien überdenken und dem heutigen Standard anpassen.

Was glauben Sie, warum beteiligen sich an den Lehrlingswettbewerben in der Regel „nur“ die kleineren Betriebe?
Wettbewerbsteilnahmen erfordern einen sehr hohen Zeitaufwand, dessen Bewältigung im täglichen Salonbetrieb schwer umzusetzen ist. In der Steiermark ist das Interesse zur Wettbewerbsteilnahme sehr groß bzw. nehmen auch durchaus größere Betriebe teil.

Bei Ihrer Arbeit für die Innung besuchen Sie regelmäßig Schulen, wo Sie über den Beruf Friseur aufklären und Fragen beantworten. Was sind häufig gestellte Fragen oder Vorurteile der Schüler, wenn es um den Job als Friseur geht?
Berufsbild, Lohn, Arbeitszeit, ab wann praktisches Arbeiten am Kunden
Vorurteile sind z.B. wenig Lohn, unflexible Arbeitszeit

Auf welche Stärken setzen Sie bei Ihren Mitarbeitern?
Teamfähigkeit und Teamgeist, Disziplin, positive Einstellung, Präsenz am Kunden, Pünktlichkeit und das Interesse an Aus- und Weiterbildung

Welche Fragen stellen Sie im Bewerbungsgespräch?
• Warum haben Sie sich für meinen Salon entschieden?
• 6 Punkte meiner Salonphilosophie (siehe vorigen Punkt)
• Fachspezifische Kenntnisse (Probearbeiten im Salon)
• Besondere Stärken im Beruf – womit gezielt Freude (z.B. Schneiden, Farbe, Föhnen usw.)

Sie sind außerdem "nominierte fachmännische Laienrichterin". Was genau heißt das und was ist das Spannende hierbei?
Die Berufung kam nach einigen Jahren in der Wirtschaftskammer und ich finde diese Tätigkeit sehr interessant. Ich werde als Laienrichterin für fachbezogene Verhandlungen - Reklamationen, Chef/Mitabeiter Verhandlungen, Lohnsachen - am Gericht in Graz hinzugezogen. Ich finde das wahnsinnig interessant und habe in den Schulungen, die man im Vorfed dafür macht, sehr viel lernen können.

Was wünschen Sie sich von oder für die Branche?
• Wertsicherheit der Dienstleistung
• Alle am gleichen Strang ziehen
• Gezielte Preisgestaltung – Leistung soll honoriert werden
• Entsprechende Präsenz des Salons in Bezug auf die Außenwirkung
Wir Friseure stellen Schönheit, Ästhetik, Flair in den Vordergrund unter dem Slogan – Ihr Friseur macht Sie rundherum schön.“ Für mich heißt das: „Wenn Deine Kunden mit einem Lächeln aus dem Salon gehen, hast Du Deine Arbeit perfekt gemacht“


Juni 2013

Interview: Katja Ottiger