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Credit: imSalon Grafik

01.12.2011

Aufmarsch des Großhandels

Das waren Zeiten, als die Industrie noch mit einem großen Außendienst-Stab durch die Lande fuhr und einen jeden Friseur persönlich kannte. Man besuchte wöchentlich, trank Kaffee und kannte Kind und Kegel. In den letzten Jahren hat sich diese Landschaft verändert: Die Fahrt übers Land rechnet sich längst nicht mehr, Friseur-Fachgeschäfte zieren jede Einkaufsstraße, immer mehr Großhändler strömen in den Österreichischen Markt und neue Marken buhlen um die Gunst der Salons. Bewegung am laufenden Band und Friseure schöpfen aus dem Vollen. Ein aufstrebender Anbieter ist HAIR HAUS! Als ‚Multi-Markenpartner‘ hat er im vergangenen Jahr ordentlich zugelegt und ist nach eigenen Angaben erst am Anfang. Am Kopf : Thomas Prihoda, ein passionierter Vertriebsmensch, der die Friseurbranche in und auswendig kennt. Seit März 2011 ist er Geschäftsführer der KMS Österreich mit Hair Haus Friseurpartner + comair und berichtet uns von Erfolgen, Herausforderungen und seinen Visionen für 2012. Das Interview führte Raphaela Kirschnick (RK)!

RK: Sie haben eine bemerkenswerten Lebenslauf mit vielen spannenden Weiterbildungsschritten!?
Thomas Prihoda: Eigentlich habe ich eine klassische Vertriebskarriere hinter mir. Ich habe bereits sehr jung als Außendienstmitarbeiter bei L’Oreal begonnen. Im Laufe der Zeit habe ich dann immer neue Verantwortungen hinzubekommen und auch neue Aufgaben intern erfüllt. Parallel habe ich dann Gesundheitsmanagement studiert, weil ich mehr über den respektvollen Umgang mit Menschen lernen wollte. Das ist ein wichtiger Aspekt in der Mitarbeiterführung. Dann habe ich berufsbegleitend BWL studiert, dies war eine extreme Bereicherung für mich. Dank all der Erfahrung kombiniert mit den Fehlern, aus denen man lernt, war ich dann bereit für eine neue Herausforderung. Und da kamen die Pläne der KMS Group rund um HAIR HAUS gerade recht.

RK: Mentales Training und immer wieder Weiterbildung! Welche wesentlichen Einsichten möchten Sie weitergeben?
Thomas Prihoda: 1.) Spaß an der Arbeit haben| 2.) Immer dem gerecht werden, was man redet | 3.) Und im Job konkret: dem Friseur gerecht werden und zuhören

RK: Industrie oder Großhandel! Was sind die Vorteile, wo liegen die Unterschiede!
Thomas Prihoda: Der größte Vorteil ist wohl, dass wir ein vielschichtiger Vollsortimenter sind. Nehmen Sie nur Zubehör, das ginge ohne den Großhandel nicht. Zudem sind wir als Hair Haus Friseurpartner flexibler was die Einkaufsgrößen und das Gesamtangebot an sich anbelangt. Wir ermöglichen dem Friseur den Kauf von kleinen Verpackungseinheiten, topaktuellem Zubehör mit Comair und eine vernünftige Auswahl an friseurexklusiven Produkten von Coloration bis hin zu Pflege und Styling. Und wir führen viele Marken, man kann also das optimale Sotiment empfehlen.

RK: Worin unterscheidet sich HAIR HAUS von anderen Großhändlern? Wie positionieren Sie sich?
Thomas Prihoda: Unser Unternehmensfokus ist ganz allein der Friseur. Als international aufgestelltes Unternehmen ergeben sich für uns sowohl Preisvorteile als auch eine dementsprechend innovative Produktauswahl. Wir legen Wert auf Qualität, friseurgerechter und vorallem regionaler Betreuung vor Ort – also nahe am Friseur. Aber wir decken auch alle für die Friseure relevanten Bereiche ab: Dazu gehört die Weiterbildung für alle Unternehmensgrößen, ein ganz wichtiger Faktor. Zudem gibt es neben den fachlichen Produkten auch Möbel, Zubehör und Elektrogeräte. All diese stehen vom Markenartikler bis hin zu kostengünstigen Eigenmarken dem Friseur zur Verfügung-ein Portfolio aus einer Hand.

RK: Es drängen immer mehr Großhändler in den Markt, macht das langfristig die Preise kaputt?
Thomas Prihoda: Es gibt einige Großhändler, die sich nur über den Preis positionieren, wir wollen dies nicht. Bei uns liegen die Preise relativ nah bei den marktüblichen Preisen. Wie gesagt Qualität, die Friseurpartnerschaft in Form des Hair Haus Paketes und die Nähe zum Friseur ist unser oberstes Gebot, nicht billig sein.

RK: Wie gewähren Sie das fachliche Know-how der Außendienstler, die sich ja doch mit vielen Marken auseinandersetzen müssen?
Thomas Prihoda: Es wäre vermessen zu sagen, jeder würde alles können, dies ist in der Tat nicht möglich. Aber darum geht es auch nicht. Das Wichtigste ist doch, dass die Mitarbeiter aus der Branche kommen und die Friseure sehr gut kennen. Über die Jahre hat sich jeder sein Fachwissen zu gelegt und baut dieses täglich in den Gesprächen mit den Kunden aus. Dieses Wissen ist unbezahlbar. Und für fachliche Fragen haben wir internationale Trainer in Österreich und rund um das Gandini Team auf internationaler Ebene, die sofort einspringen können.

RK: Welche Dinge haben Sie in den vergangenen 8 Monaten umsetzen können? Was war wichtig und richtig für Österreich?
Thomas Prihoda: Der erste große Schritt war die Organisation in Österreich zu strukturieren und das Team aufzustellen. Diese erste Aufgabe haben wir gemeistert und stehen als geschlossenes Team fest im Markt. Die Menschen sitzen an ihrem richtigen Platz.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist unsere Website www.hair-haus.at, die seit wenigen Wochen online ist und Österreich-spezifisch sehr persönlich informiert und uns vorstellt.
Unsere Philosophie steht und diese wurde und wird konsequent umgesetzt. Das Team tut dies bereits mit Herzblut, darauf bin ich besonders stolz – auf das gesamte Team, jeden Einzelnen!
Für 2012 ist mitunter der Relaunch von den Fachmärkten geplant. Diese müssen sich qualitativ steigern und zu einem Aushängeschild des Unternehmens und unserer Philosophie werden. Sie sollen fachliche Kompetenz ausstrahlen, zum Flanieren und Verweilen einladen. Sie repräsentieren alle Marken und unserer Partnerschaft und Friseure dürfen sich auf eine fachliche Führung durch die österreichische Markenlandschaft geben. Auch da wollen wir die Friseurnähe spürbar zum Ausdruck bringen.
Außerdem planen wir das Angebot von Finanzierungsmodellen, die immer wieder angefragt werden.

RK: Haben Sie einen persönliches Vorbild, einen Coach oder Mentor?
Thomas Prihoda: Oh ja, es gibt einen Menschen, dem ich besonders danken möchte und das ist Hans Peter Aigner, unser Senior Consultant. Er ist ein großartiger Mentor und ich bin stolz darauf ihn im Hintergrund zu wissen. Hans Peter Aigner ist ein Mensch, der für die Branche großes geleistet hat und vor dem ich allergrößten Respekt habe. Und wann immer ich einen Rat brauche, dann wende ich mich an ihn und komme immer weiter. DANKE Hans Peter Aigner!

RK: Thomas Prihoda, Danke für das Gespräch