Andreas&Patrick Raitz: Erfolgsgleich
Interview

Andreas&Patrick Raitz: Erfolgsgleich

Es gibt wohl kaum eine heimische Großveranstaltung, in die die Beiden mit ihrer Ultimativ Group nicht involviert sind. Die Liste ihrer Beautyeinsätze in Sachen Haar ist lang. Ihre Labels erfolgreich und bestens etabliert.

Mit ihrem Seminarformat INSIDER anlässlich der Vienna Fashion Week holen sich die beiden L'Oréal Trendbotschafter jedes Jahr kollegiale Verstärkung auf die Bühne und ziehen damit die Fashionistas der Beauty- und Modebranche gleichermaßen an.
Gemeinsamer Erfolg ist gleich doppelte Berufung von Anfang an? Dass dem nicht so ist und wie die stets im Gleichschritt Agierenden sich auf den zweiten Blick doch unterscheiden, verraten sie uns im Sechsaugengespräch.

Fakten

Geschäftsführer von Ultimativ Group und BIPA Styling Lounge
L'Oréal Trendbotschafter
Arbeiten für Shows

u.a. Vienna Fashion Week, Romy-Gala, Austrias Next Top Model, Vienna Fashion Award und Lifeball, Shootings für Print und oe24.at
Anzahl Mitarbeiter: Insgesamt 30
Anzahl Lehrlinge: 15
Anzahl Filialen: 4



imSalon.at: Aktuell steht das 5. INSIDER Event in den Starlöchern. Ihr seid von Beginn an dabei. Ein kurzer Blick zurück: Wie ist INSIDER entstanden?
Andreas: Der INSIDER ist prinzipiell eine Idee von Patrick und mir. Wir wollten eine Seminarreihe machen, die direkt die Trends zeigt, die im nächsten Jahr kommen werden. Das Konzept war damals, einen internationalen und einen nationalen Akteur auf die Bühne zu holen. Die Firma L’Oréal ist darauf angesprungen und hat uns die Möglichkeit gegeben, die Idee umsetzen zu können. Und dafür bot sich die Vienna Fashion-Week an, hier konnten wir Haarmode und Mode-Fashion im Catwalk-Seminar kombinieren.

imSalon.at: Heuer werdet ihr allerdings eurem INSIDER-Konzept untreu: In diesem Jahr stehen neben euch ausschließlich internationale Akteure auf der Bühne.
Andreas: Richtig! Wir wollten natürlich jedes Jahr eine Steigerung haben. Und da standen wir vor dem Problem, dass das bei unseren nationalen Akteuren schon ein wenig ausgereizt ist, von denen, die fachlich entsprechen und denen, die den Ansporn zeigen, dabei sein zu wollen. Das Seminar kommt generell gut an, beim Publikum, aber auch bei internationalen Akteuren. Wir haben mittlerweile schon gute Namen dabei, sodass es auch für die Firma L’Oréal kein Problem ist, internationale Akteure für dieses Projekt begeistern zu können.



imSalon.at: Also in diesem Jahr kommen Latitia Guanaou und Royston&Blythe mit ihren Shows. Ein kurzes Statement zu den Kollegen?
Andreas: Laetitia Guanaou ist eine Langhaar-Korrifee aus Paris, international gut gebucht, macht sensationelle Aufsteckfrisuren, ist im Bereich Patrick Cameron angesiedelt. Eine starke Frau.
Patrick: Royston&Blythe kommen aus London. Uns gefallen sie gut. Sie machen sehr grafische Haarschnitte, ein bisschen in die Richtung Vidal Sassoon und wir glauben, dass sie großes Potenzial haben, uns tolle Sachen zu zeigen.

imSalon.at: Wie viele Shows werdet ihr bei der Fashion Week backstage betreuen?
Andreas: Unsere Firma betreut die komplette Fashion Week. 7 Tage durchgehend, 10-15 Shows täglich im Halbstundentakt.

imSalon.at: Wie viele Mitarbeiter nehmt ihr mit?
Patrick: Fast alle.

imSalon.at: Wie macht ihr das mit den Salons?
Andreas: Unsere Mitarbeiter sind gruppenweise eingeteilt, da wir ja erst um 14:00 anfangen. Sie kommen auch teilweise an ihren freien Tagen und werden von uns dafür extra bezahlt.

imSalon.at: Wie viel Einfluss könnt ihr auf die Designer nehmen in puncto Haare?
Patrick: Jeder Designer hat natürlich genaueste Vorstellungen, die wir versuchen umzusetzen. Unsere Aufgabe ist eher eine beratende, dass sich in der Kürze der Zeit die Looks auch ausgehen: z.B. wenn die Modelle einen Gel-Look haben sollen und gleich danach einen Dry Look, dann müssen wir hier mit Wasser arbeiten.

imSalon.at: Ihr habt viel mit internationale Models, Künstlern, Kunden zu tun. Sind eure Mitarbeiter mehrsprachig?
Andreas: Ja, alle sollten mindestens ausreichend gut englisch sprechen. Wir versuchen, das bei den Mitarbeitern zu forcieren, schließlich betreuen wir auch umliegende Hotels mit internationalen Gästen. Eine unserer Mitarbeiterinnen spricht sogar 4 Sprachen.



imSalon.at: Ihr kommt aus einer Friseurfamilie. Euer Vater ist Branchenvisionär Richard Raitz, der zusammen mit Walter Hruschka und Michael Leitgeb die Gruppa l‘Ultima gegründet hat; eure Mutter ist ebenfalls Friseurin. Wolltet ihr in diese Fußstapfen treten?
Unisono: Nein.
Andreas: Aber es war eine schöne Option, in ein bestehendes, gutes Gewerbe mit einem guten Background einsteigen zu können. Die Entscheidung war keine einfache, die Schule sein zu lassen und dann dort einzusteigen. Patrick wollte eigentlich die ganze Schulgeschichte noch richtig zu Ende bringen, hatte dann aber, glaube ich, Angst, dass ich mal sein Vorgesetzter werde. Das wollte er nicht riskieren.

"Es ist einfacher, ein Zwilling zu sein, als einen Bruder zu haben."



imSalon.at: Patrick, wie arbeitet es sich mit einem Zwilling?
Patrick: Es ist einfacher, ein Zwilling zu sein, als einen Bruder zu haben. Da muss ich nicht viel reden, die Abweichungen sind minimal, da ist ein großes Verständnis da.

imSalon.at: Zwillinge sind gleich und doch verschieden. Wie unterscheidet ihr euch wirklich?
Andreas: Ich bin der kleine Dicke.
Patrick: Und ich der große, schlanke Schöne.

imSalon.at: Ich muss euch das fragen: Habt ihr eure Ähnlichkeit schon einmal ausgenutzt?
Andreas: NIE-MALS !!! NIEMAS würden wir sowas machen.

imSalon.at: Patrick, niemals die andere Freundin gedatet, die Eltern getäuscht?
Patrick: NIE-MALS !!!

imSalon.at: Nun gut. Geht ihr gemeinsam shoppen? Ihr scheint auch denselben Stil zu haben …
Andreas: Nein.

imSalon.at: Wie wichtig ist euch Mode?
Patrick: Sehr wichtig. Wir leben davon.

imSalon.at: Hat einer von euch schon mal preisfrisiert?
Andreas: Ja, wir beide. Irgendwo waren wir da mit Hannes Steinmetz unterwegs, das war sehr lustig, ist aber nicht unser Terrain.

imSalon.at: Wie steht ihr zum Thema Ausbildungsverbot am Wochenende?
Andreas: Schwierig. Das bedeutet, dass es für uns fast unmöglich ist, Leute gut aus- und weiterzubilden, wenn wir keinen Sonntag dafür nehmen können. Wir haben lange Öffnungszeiten, Montag bis Samstag 20:00. Ich kann also in Zukunft nicht mehr mehrere Mitarbeiter auf einmal zu einem Seminar schicken, weil sie dann im Geschäft fehlen. Wir sperren jetzt jeden Dienstag um 18:00 zu und machen Mitarbeiter-Seminare. Es wird schwierig werden und ich bin gespannt, wie das die Firmen lösen.

imSalon.at: Welche Pläne habt ihr für die Ultimativ Group?
Andreas: Grundsätzlich geht es darum, die Firma so solide aufzustellen, dass sie dem Markennamen entspricht. Wir würden uns schon gerne in ganz weiterer Ferne auch mit dem Thema Franchise beschäftigen, derzeit probieren wir das mal mit der BIPA Styling Lounge aus.
Aber so leicht möchten wir unser Leben nicht aus der Hand geben.

"Probleme? - einfach mal telefonisch an der richtigen Adresse nachfragen."



imSalon.at: Wünsche an die Branche?
Andreas: Wir sind alle UnterNEHMER. Und wir sollten uns, wenn es Probleme gibt, austauschen. Einfach mal telefonisch an der richtigen Adresse nachfragen, wenn man etwas hört oder ein Problem mit etwas hat.

www.ultimativgroup.at


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Das Interview führte Katja Ottiger

September 2014

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